Am Rande des G20-Gipfels Ende Juni in Japan haben sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping zu Verhandlungen getroffen. Portfoliomanager Volker Schmidt von der Fondsgesellschaft Ethenea will nach diesem Gespräch allerdings noch keine Entwarnung geben: "Auch wenn Reden sicherlich der einzige Weg zu einem für beide Seiten befriedigenden Übereinkommen ist, so bleibt doch unklar, wie eine finale Einigung aussehen könnte", erklärt er. Heißt: Der Handelsstreit ist längst nicht überwunden. 

Die Auseinandersetzung zwischen den USA und China hält die Weltwirtschaft seit Monaten in Atem. Die Staatschefs beider Länder konnten sich jetzt auf einige Kompromisse verständigen. So verzichten die USA vorerst auf neue Zölle auf chinesische Exporte. Auch dürfen US-Zulieferer wieder Produkte an den chinesischen Konzern Huawei liefern – das hatte die Staatsführung zuletzt untersagt. Viele Unternehmen haben sich zwischenzeitlich auf Unsicherheiten durch den Handelskrieg eingestellt. So verloren chinesische Unternehmen zuletzt einige US-Kunden, die stattdessen Kontrakte mit Unternehmen aus Taiwan, Vietnam, Südkorea oder Frankreich abschlossen. 

Auswirkung auf den Aktienmarkt
Diese neuerliche Annäherung macht Aktien nun einerseits wieder zu attraktiveren Anlageprodukten, sagt Schmidt. Auch Unternehmensanleihen bleiben nach Ansicht des Experten interessant. Auf der anderen Seite ist weiter unklar, wie sich die Zölle im Handel zwischen China und den USA langfristig entwickeln. Kurzfristig dürfte zudem die Politik der Notenbanken erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Die US-Notenbank Fed hatte zum Jahresende bereits angekündigt die Geldpolitik nach mehreren Zinserhöhungen wieder zu lockern. (fp)