Die Investmentgesellschaft Ethenea hat Ende vergangenen Jahres für 2019 Turbulenzen an den Finanzmärkten vorausgesagt. Für Anleger begann das Jahr allerdings wider Erwarten relativ ruhig. Aus der Politik drohen zwar weiterhin Risiken für die Märkte – allerdings vor allem die altbekannten: Brexit, Gelbwesten-Proteste in Frankreich, Donald Trumps Mauerplan, die Konflikte in Syrien und im Jemen. Neu im Fokus steht derzeit nur das Chaos in Venezuela.

Die politischen Risiken konnten Anleger denn zuletzt auch kaum beunruhigen. "Der gesamte politische Zirkus ist im Januar mehr oder minder spurlos an den Märkten vorbeigegangen", sagt Ethenea-Portfoliomanager Guido Barthels. Die Aktienkurse haben sich von ihren Tiefständen im Dezember erholt, die Rezessionsangst an den Zinsmärkten legt eine Pause ein, die Risikoaufschläge besserer Unternehmensanleihen sinken.

Mit ruhiger Hand durch raue See
Die Ruhe an den Märkten dürfte nicht das gesamte Jahr anhalten, warnt Barthels. Anleger befinden sich derzeit wohl nur im Auge des Sturms. Die Ethenea-Experten gehen weiterhin davon aus, dass die Weltwirtschaft in eine Schwächephase eintritt, wenn auch nicht unbedingt in eine Rezession. So dürfte es künftig zwar immer wieder Erholungsphasen geben, aber auch immer wieder Monate, in denen Risikoanlagen abgestraft werden. "Hier ist eine ruhige Hand gefordert", so Barthels. (fp)