Von November bis April steigen Aktien sukzessiv, um ab Mai dann wieder überproportional stark zu fallen. Anleger sollten daher im Mai verkaufen – so propagiert es zumindest die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away". Investoren sollten sich nicht zu stark daran orientieren, mahnt Christian Schmitt, Senior Portfolio Manager bei Ethenea. Zwar findet das Sprichwort aus empirischer Sicht einige historische Belege. "Dennoch ist dies nur ein Argument von vielen, das Anleger bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen sollten", so der Anlageprofi.

Wer zu sehr auf die Börsenweisheit vertraut, verbaut sich unter Umständen Chancen. "In der Vergangenheit folgten auf starke Preisbewegungen über drei Monate oft überdurchschnittliche Renditen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten", erklärt Schmitt. Zwar seien kleinere, kurzfristige Konsolidierungen durchaus möglich und kämen immer mal wieder vor, diese seien jedoch im Durchschnitt nicht signifikant genug, um das Portfolio allein deshalb anzupassen.

Das Schlimmste scheint überstanden
Seit Anfang 2018 hat sich die weltweite Konjunktur verlangsamt, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Der Anlageprofi erwartet dennoch nicht, dass die Schwächephase in einer Rezession mündet. Im Gegenteil: Er sieht sogar erste Anzeichen dafür, dass das Schlimmste überstanden ist. "Nach Betrachtung aller makroökonomischen und geldpolitischen Faktoren, der Fundamentaldaten sowie der Signale aus anderen Anlageklassen, gehen wir nach wie vor von einem unterstützenden Marktumfeld für Aktien aus", so der Anlageprofi. (fp)