Die Europäische Kommission befragt seit Montag die Öffentlichkeit zu einem EU-weit einheitlichen Standard für grüne Anleihen. Alle Bürger und Organisationen sind aufgerufen, bis 2. Oktober ihre Meinung im Rahmen des Konsultationsverfahrens abzugeben. Bis jetzt gibt es keine verbindlichen Regeln für grüne Anleihen, im Prinzip kann jeder seine Emission als "grün" bezeichnen. In diesem Zustand läuft der seriöse Green-Bond-Markt Gefahr, dass er durch "Mogelpackungen" (green washing) in ein schlechtes Licht rückt.

"Internationale Rolle des Euro stärken"
Grüne Anleihen sollen nach Ansicht der Kommission nicht nur eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass Geld aus dem Privatsektor im Kampf gegen den Klimawandel und beim Wiederaufbau nach der Pandemie eingesetzt wird. Eine Rolle spielt auch die europäische Gemeinschaftswährung. "Da der Euro bereits die Hauptwährung für die weltweite Emission von Green Bonds ist, könnte ein offizieller EU Green Bond Standard auch die internationale Rolle des Euro stärken und zur Festigung der EU als globale Drehscheibe für Green Finance beitragen", heißt es bei der EU-Kommission.

Die Expertengruppe der Kommission für ein nachhaltiges Finanzwesen hat bereits Empfehlungen und Leitlinien für die Festlegung eines Regelwerks abgegeben (Link zur EU-Kommission). Die nun gestartete Konsultation baut auf der Arbeit der Expertengruppe auf. Parallel läuft bis 15. Juli 2020 auch die öffentliche Konsultation zur überarbeiteten EU-Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen. (eml)


Service:
Öffentliche Konsultation zu grünen Anleihen (bis 2. Oktober)
Öffentliche Konsultation zum nachhaltigen Finanzwesen (bis 15. Juli)
Empfehlungen und Leitlinien der Expertengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen