Zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA hat es beim G20-Gipfel in Rom am vergangenen Wochenende einen überraschenden Deal gegeben: Die USA streichen für ein bestimmtes Kontingent an Stahl- und Aluminium-Importen aus der EU künftig den Zoll in Höhe von 25 und 10 Prozent, berichten die "Tagesschau" und die Nachrichtenseite "Euronews". Für Stahl soll dieses Kontingent bei 4,4 Tonnen liegen. Im Gegenzug lässt Brüssel Sonderzölle auf bestimmte US-Produkte fallen, so etwa Harley-Davidson-Motorräder und Whisky. 

Die Zölle auf Stahl und Aluminium hatte zuvor Ex-US-Präsident Donald Trump eingeführt. Sein Nachfolger Joe Biden will mit dem neuen Abkommen den aktuellen Lieferengpässen entgegenwirken und dafür sorgen, dass die Konsumgüterpreise auf ihrem aktuellen Niveau verharren. Dennoch bleibt es lediglich bei einem zollfreien Kontingent für die EU. Dieser Kompromiss soll es Biden erlauben, seine Anhänger in den US-Gewerkschaften bei Laune zu halten, berichtet "Euronews".

Schlappe für China
Die Einigung zwischen Brüssel und Washington soll auch ein Zeichen für nachhaltige Stahlproduktion setzen. Denn der zollfrei gehandelte Stahl sowie das Aluminium sollen möglichst sauber produziert sein, zumindest arbeiten beide Seiten laut EU-Kommissar Vladis Dombrovskis an einer Vereinbarung. Indessen werfen die USA China vor, Umweltstandards zu missachten und mit künstlich niedrigen Preisen für unfairen Wettbewerb zu sorgen. Diese Irritationen dürften das Verhältnis zu Peking weiter anspannen. (fp)