Anleger sollten sich nicht von der aktuellen Euphorie an den US-Börsen mitreißen lassen, sagt Thomas Böckelmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Euroswitch. Die wichtigsten US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 eilen derzeit von einem Allzeithoch zum Nächsten. "Wie im Rausch werden Nachrichten aus Politik und Wirtschaft ignoriert, die den Aktienmärkten in Europa und den Schwellenländern in diesem Jahr das Leben schwer machen", sagt Böckelmann. 

Der Portfoliomanager sieht ernsthafte Gefahren in den jüngsten Kursanstiegen. Die Rally an den US-Märkten sei in vielerlei Hinsicht nicht nachhaltig. Die Bewertungen gegenüber anderen Märkten wie Europa oder den Schwellenländern seien zudem kaum mehr zu rechtfertigen. Anleger in den USA hielten US-Unternehmen offenbar für immun gegenüber den Handelskonflikten, sagt Böckelmann. Zudem ignorierten sie den wachsenden Druck auf Techunternehmen aus den Vereinigten Staaten. 

ETFs könnten gefährlich werden
Eine Gefahr sei auch die Beliebtheit von ETFs, so Böckelmann: "Da die meisten Indizes die börsennotierten Unternehmen nach ihrem Börsenwert gewichten, ziehen große und teure Unternehmen immer mehr der ETF-Kapital auf sich, was deren Kurse und Indexgewichte weiter nach oben treibt. Durch diesen Effekt prägen mittlerweile nur 20 US-Unternehmen mit ihrer Wertentwicklung wesentlich die Marschrichtung des MSCI Welt Aktienindex, obwohl dieser aus mehr als 1.600 Unternehmen besteht." (fp)