Den meisten Anlegern ist mittlerweile klar: An Aktien führt kein Weg vorbei, zumindest nicht, wenn sie langfristig vom Wertschöpfungspotential der Weltwirtschaft profitieren möchten. Doch kaum ist die ewige Debatte um Aktien versus Anleihen beendet, haben Investoren schon das nächste Thema für sich entdeckt: "Noch immer wird die Frage nach dem Value- oder Growth-Ansatz gestellt, als seien diese Stile beziehungsweise Faktoren die einzig zielführenden Performancetreiber im Rahmen einer scheinbar binären Investmentstrategie", sagt Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Euroswitch. 

Vor allem Anleger, die scheinbar trotzig gegensätzlich zum Momentum investierten, setzten seit Jahren immer wieder auf Value-Titel. "Sie gehen davon aus, dass der Trend zu Gunsten von Growth-Titeln irgendwann brechen muss", sagt Böckelmann. Dabei sieht die Realität deutlich komplexer aus. "Die Begriffe Value und Growth sind viel zu unscharf abgegrenzt, diese Begriffswelt ist mehr ein Tummelfeld von Index- und Faktoranbietern mit nicht immer einheitlichen Definitionen", sagt Böckelmann.  Im Gegensatz zu den massegetriebenen Ansätzen stehe das Investieren aus eigenen Überzeugungen heraus. Böckelmann nennt dies den Conviction-Ansatz. 

Erfolgreiches Dreigestirn
Neben den Faktoren Value und Growth setzt Böckelmann auf einen dritten Faktor: Qualität. Dazu gehören laut dem Portfoliomanager Kriterien, die die Stabilität des Wachstums unterstreichen, etwa Aspekte wie Markt- und Preisführerschaft, Transparenz und Prognostizierbarkeit der Umsatzentwicklung, hohe Margenstabilität aber auch niedriger Verschuldungsgrad und hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung für den Aufbau neuer Wachstumsfelder. "Wir sind davon überzeugt, unter der gleichgewichteten Verwendung der Kriterien Value, Growth und Quality die geeigneten Werkzeuge zu besitzen, langfristig überdurchschnittlich erfolgreich an der Wertschöpfung der Weltwirtschaft teilzuhaben", sagt Böckelmann. (fp)