Rajiv Jain – früherer Emerging-Markets-Star von Vontobel AM, der mit GQG Partners seit Mitte 2016 seine eigene Vermögensverwaltung betreibt – geht mit dem "schädlichen Gerede" vieler seiner Konkurrenten während der Pandemie hart ins Gericht. Eine Reihe seiner Mitbewerber habe den Kunden geraten, "still zu sitzen und abwartend zuzusehen, wie große Unternehmen noch billiger werden". Das stelle eine regelrecht "toxische" Mentalität in diesem Markt dar, so Jain in seinem aktuellen Kommentar zum ersten Quartal 2020.

"Auch wir können natürlich die Dauer eines derartigen Umfelds nicht vorhersagen, und es haben sich für einen Fondsmanager ohne Zweifel Gelegenheiten ergeben, einige fantastische Geschäftsmodelle zu erwerben, die unter Druck geraten waren", erklärt Jain. Von daher habe auch er an guten Einstiegspunkten durchaus neue und aussichtsreiche Investmentideen ausfindig machen können. Das gehöre zu einem aktiven Management, das diese Bezeichnung auch verdiene.

Selbstgefälligkeit führt in die Irre
Das dürfe aber seiner Ansicht nach nicht verwechselt werden mit der Art von Selbstgefälligkeit im Sinne von "abwarten und aussitzen", wie sie vielfach in das Denken mancher Fondsmanager Einzug gehalten habe. Eine solche Auffassung könne in die Irre führen, da einige solcher vermeintlichen "Niedrigpreis"-Unternehmen im Extremfall sogar vom Markt verschwinden könnten. "Wir hätten uns zwar auch gewünscht, dass wir zum Teil früher gehandelt hätten", so Jain. "Andererseits haben viele Änderungen, die wir im Laufe des ersten Quartals innerhalb des Portfolios vorgenommen haben, zu der Outperformance unserer Fonds relativ zur Benchmark beigetragen." (hh)