Mit ihren Plänen, künftig im Rahmen ihrer Anleihekaufprogramme verstärkt Green Bonds zu erwerben, hat die Europäische Zentralbank (EZB) für viel Aufsehen gesorgt. Kritiker werfen der Notenbank vor, ihre Kernthemen zu vergessen, wenn sie nun zusätzlich auch eine klimafreundlichere Politik stärken will. Robert Greil, Chefanlagestratege bei der Privatbank Merck Finck, sieht das anders. "Jede Institution trägt eine Verantwortung für das Gemeinwohl, auch die EZB – es ist daher gut, dass sie dieser nachkommt und zur Linderung der Klima- und Umweltprobleme beiträgt", erklärt er.

Für Anleger bedeute dies, dass sie sich ebenfalls für eine grünere europäische Politik positionieren sollten: "Ein stärkerer ESG-Fokus macht definitiv Sinn", sagt Greil. Denn das Thema wird die Märkte weiter bewegen. Am kommenden Donnerstag (16. Juli 2020) dürfte EZB-Chefin Christine Lagarde das Thema auf der EZB-Sitzung weiter vorantreiben. Einen Tag später wird EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen zusammen mit Angela Merkel auf dem EU-Gipfel die Ausgestaltung des geplanten EU-Aufbaufonds diskutieren – und weiter versuchen, die Skeptiker ins Boot zu holen. (fp)