Die Flutkatastrophe im Juli dieses Jahres zieht nicht nur für ihre Opfer weitreichende Folgen nach sich. Auch für Immobilienkäufer könnten die Ereignisse in puncto Kreditvergabe und Versicherung ein paar Nachteile bringen. Der Gesamtverband deutscher Versicherer (GDV) hat das Erkennungssystem für Hochwasserrisikogebiete, genannt ZÜSGeo, nämlich nun um den Faktor Starkregen erweitert. Das könnte es Eigentümern künftig erschweren, ihre Häuser zu versichern, warnt André Heid, Sachverständiger für Immobilienbewertung und Geschäftsführer der Heid Immobilienbewertung.

"Von Hochwasser sind zunächst einmal die Gebäude betroffen, die in der Nähe von Wasserquellen stehen. Die Zunahme von Starkregenereignissen führt jedoch dazu, dass auch Immobilien außerhalb der traditionellen Gefahrenzonen plötzlich nicht mehr vor schweren Schäden geschützt sind", erklärt der Experte. Wer also etwa an einem Fließweg wohnt, muss nun damit rechnen, dass Wasser ins Haus gelangt. Auch das Überlaufen von Regenrinnen wird als potenzielle Schadensquelle nun berücksichtigt. 

Nicht versicherungsfähig
Eine Elementarversicherung schützt Eigentümer bei Überschwemmungsschäden. Nach Angaben des GDV konnten Besitzer von 99 Prozent der Immobilien bislang problemlos eine solche Versicherung abschließen. Laut unabhängigen Stichproben sollen zuletzt aber Gebäude in stark gefährdeten Regionen von Versicherungen abgelehnt worden sein oder die Immobilienbesitzer hätten unverhältnismäßig hohe Prämien zahlen müssen, berichtet die Heid Immobilienbewertung. 

"Die Erweiterung des ZÜSGeo um den Faktor Starkregen zu ZÜRSGeo dürfte das Problem der Immobilienversicherung zukünftig weiter verstärken", sagt Heid. "Plant man trotzdem ein Eigenheim in Wassernähe zu kaufen, empfiehlt es sich zunächst nachzusehen, ob das gewünschte Objekt in einem solchen Risikogebiet liegt", empfiehlt er. In solchen Gebieten liege der Wertverlust der Immobilie nämlich im Schnitt bei zehn Prozent. (fp)