Die Inflation lag in den USA im August mit 5,3 Prozent nach wie vor hoch. Allerdings hat sie damit verglichen zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte nachgelassen und fiel damit schwächer aus als erwartet, schreibt Johannes Mayr, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz, in einem aktuellen Marktkommentar. Die US-Notenbank Fed dürfte die Daten aus Sicht des Vermögensprofis mit Erleichterung aufgenommen haben "und sich in ihrem Narrativ eines nur temporären Anstiegs der Inflation bestätigt sehen", erklärt Mayr. "Die Daten geben der Notenbank Spielraum, den Zeitpunkt des Tapering-Beschlusses ohne zu großen Preisdruck festzulegen."

Grund für die gesunkene Teuerung sind vor allem die Transportpreise, etwa für Gebrauchtwagen, Mietwagen oder Flugreisen. Diese sind im August leicht zurückgegangen. Auch der Mietanstieg hat sich abgeschwächt. Gestiegen sind dagegen die Preise für Neuwagen, ebenso wie die Benzinpreise. "Treiber der Inflationsrate sind also weiter vor allem Angebotsengpässe in zuvor stark von der Pandemie betroffenen Bereichen", erklärt Mayr. 

Zinsanhebungen nicht eingepreist
Mit einem Herunterfahren das Anleihekaufprogramms rechnet der Ökonom trotz zurückgegangener Inflation erst im November oder Dezember. Denn der US-Arbeitsmarkt hat sich noch nicht so schnell von der Pandemie erholt, wie erhofft. Auch wenn die Fed ihre lockere Geldpolitik schrittweise zurückfahren dürfte, befürchten Anleger derzeit keine Zinsanhebung. "Der erste Zinsschritt wird nach wie vor erst Anfang 2023 eingepreist", sagt Mayr. "Solange dies so bleibt, bleibt auch das Finanzierungsumfeld günstig und gibt den Aktienmärkten weiter Rückenwind." (fp)