Joseph Schumpeter ist für seine Theorie der "schöpferischen Zerstörung" bekannt. Demnach beruhen gesamtwirtschaftliche Veränderungen vor allem auf dynamischen Unternehmern, die Innovationen durchsetzen und damit für Wachstum und Wohlstand sorgen. Die Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz hat mit dem Phaidros Funds Schumpeter Aktien aus dieser Theorie eine Anlagestrategie gemacht – und die hat sich in der Coronakrise bewährt, sagt Fondsmanager Ingo Koczwara. In einem Marktkommentar schreibt der Fondsprofi über die Chancen, die sich durch Covid-19 eröffnet haben.

Die Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen hätten viele Trends bloß beschleunigt, die sich schon zuvor abzeichneten. Als Beispiel nennt der Experte das bargeldlose Bezahlen. In Ländern wie Schweden oder Holland sei Kartenzahlung längst etabliert, in Deutschland waren sowohl Anbieter als auch Verbraucher dagegen vor der Krise dem Bargeld zugeneigt. "Mittlerweile ist nahezu überall Kartenzahlung möglich", sagt Koczwara. Die strukturellen Gewinner dieser Entwicklung seien Zahlungsabwickler wie Mastercard, Paypal oder Square.

Menschen müssen essen – auch in der Krise
Neben den sogenannten "schöpferischen Zerstörern" finden sich auch Monopolisten und Oligopolisten im Schumpeter-Portfolio. Die Unternehmen zeichnen sich durch eine konstante Nachfrage, auskömmliche Margen und hohe Eintrittsbarrieren aus – und können damit in unruhigen Zeiten stabilisierend wirken. "Typische Beispiele für diese Kategorie sind Nahrungsmittelproduzenten und Pharmaunternehmen", sagt Koczwara. Denn die Nachfrage nach Lebensmitteln und Medikamenten sei unabhängig von der aktuellen Lage der Wirtschaft.

Auch Staaten hätten ein hohes Interesse an der Grundversorgung ihrer Bevölkerung, weshalb sie diesen Unternehmen eine gewisse Monopolstellung zubilligen. Als Beispiel nennt Koczwara Veolia Environment, das für die Abfallentsorgung im Großraum London zuständig ist. "Die Stadt dürfte ein großes Interesse daran haben, dass hier alles reibungslos läuft." (fp)