"Die Inflation dürfte weitgehend binnen eines Jahres wieder unter zwei Prozent fallen", so optimistisch gab sich der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau am 7. Oktober auf einer Onlinekonferenz. Mehrere Mitglieder des EZB-Rats hatten sich zum Thema Inflation zu Wort gemeldet. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, ist das Szenario einer baldigen Entspannung mit Blick auf die Inflation nicht unbedingt Common Sense. "Es wäre voreilig zu behaupten, dass die derzeitige Preisdynamik nächstes Jahr völlig abklingen wird", äußerte sich beispielsweise EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel.

Trotz einer insgesamt entspannten Perspektive: Ganz einig ist sich der EZB-Rat aktuell nicht, was die Einschätzungen zur Dauer der Inflation betrifft. Die EZB war bislang davon ausgegangen, dass der diesjährige Inflationsschub nur vorübergehend sei und die mittelfristigen Prognosen immer noch weit unter dem Zwei-Prozent-Ziel liegen werden. Laut Protokoll der vergangenen Sitzung wurde das nun offenbar in Zweifel gezogen. Die "FAZ" berichtet, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation im Vergleich zu den jüngsten EZB-Projektionen nach oben überrascht hätten.

Diskussion um Anleihenkäufe
Zudem gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie Anleihekaufprogramme künftig gehändelt werden sollen, wie die "FAZ" schreibt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte eine Entscheidung dazu aufgeschoben. Bei der Nachjustierung des Corona-Notprogramms hätten die Währungshüter die Markterwartung eines Endes dieser Wertpapierkäufe im Frühjahr mit ins Kalkül einbezogen, berichtet die Zeitung nun auf Grundlage der jüngst veröffentlichten Protokolle der September-Sitzung des EZB-Rates. (fp)