Die Coronakrise steuert langsam, aber sicher auf ein Ende zu, die Wirtschaft erholt sich von mehr als einem Jahr voller Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und öffentlichem Leben auf Sparflamme. Das könnte auch den Bank-Aktionären zugutekommen. Im vergangenen Jahr hatte die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der Pandemie und der sich dadurch anbahnenden wirtschaftlichen Krise Geldhäuser in ganz Europa dazu aufgerufen, von Dividendenzahlungen abzusehen. Die Empfehlungen der EZB sind zwar wegen der fehlenden Rechtsgrundlage nicht bindend, sie gleichen für die Banken trotzdem einem Verbot. Nun könnten diese Beschränkungen allerdings wegfallen.

Ende vergangenen Jahres gab es bereits die erste Lockerung: Die Geldhäuser sollten, wenn sie nicht bis September 2021 auf Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe verzichten wollen, diese limitieren. Eine Entscheidung darüber, die Dividendensperre nun vollständig aufzuheben, will die EZB am 23. Juli treffen, berichtet die "Wirtschaftswoche". Mit Blick auf die wirtschaftliche Erholung sagte Luis de Guindos, Vize-Präsident der EZB, bezüglich der Beschränkungen: "Wenn von uns vorhergesagte Tempo anhält, könnte diese Empfehlung früher oder später verschwinden." Finanzinstitute, die Dividenden an ihre Aktionäre zahlen oder Aktien zurückerwerben wollen, müssen laut EZB profitabel sein und eine robuste Kapitalentwicklung aufweisen. (fp)