Die Covid-19-Pandemie hat die Verbreitung von Kryptowährungen deutlich beschleunigt. Zu diesem Ergebnis kommen Experten des Deutsche Bank Researchs in einer aktuellen Studie, über die das Portal finanzen.net berichtet. Diese Entwicklung bringt Probleme mit sich. So sind einige Länder bei der Nutzung von Digitalgeld bereits deutlich weiter als andere – vor allem China ist vorangeprescht. Ziehen die europäischen Staaten nicht bald nach, könnten ihre Unternehmen früher oder später gezwungen sein, digitale Währungen und Richtlinien anderer Länder bei ihren Transaktionen zu übernehmen, warnen die Deutsche-Bank-Analysten.

Die Experten plädieren für eine gemeinsame europäische Lösung und sehen dabei die Europäische Zentralbank (EZB) in der Pflicht: Sie soll mit Regierungen, Großbanken und Clearingsystemen zusammenarbeiten, um quer durch Europa zunächst nationale digitale Zahlungssysteme zu erarbeiten. Langfristig könnte Bargeld europaweit komplett durch von der Zentralbank ausgegebene Digitalmünzen ersetzt werden, glauben die Forscher. Bislang treibt in der Europäischen Union lediglich Schweden das Thema mit Nachdruck voran.

"Digitaler Euro" lässt auf sich warten
Tut sich auf Regierungsebene weiterhin nichts, könnte Europa in Sachen Kryptowährungen den Anschluss verlieren, warnt Deutsche Bank Research. Die EZB hat zwar kürzlich laut über einen "digitalen Euro" nachgedacht, die Entscheidung über dessen Einführung aber auf das kommende Jahr verschoben. Diese Bummelei könnte sich rächen. Nicht nur in China, auch in einigen anderen Ländern gibt es Krypto-Initiativen. Diese haben zwar bislang keine entscheidenden Schritte in Richtung digitale Währungen unternommen. Das kann sich aber rasch ändern. (fp)