"Mehrere Mitglieder merkten an, dass die Entscheidung knapp ausgefallen sei und sie sich einer Zinserhöhung in der aktuellen Sitzung nicht widersetzt hätten, falls diese zur Debatte gestanden hätte", hieß es im Protokoll der Beratungen vom 29. bis 30. April.

Seitdem signalisierten Währungshüter, dass eine Zinserhöhung im Juni wahrscheinlich sei, darunter auch einige der eher taubenhaften Mitglieder des EZB-Rats. Sie sorgen sich, dass die Inflation, die bei drei Prozent liegt und weiter steigt, Lohnforderungen befeuern und die Erwartungen für künftige Preissteigerungen entankern könnte.

Warnung vor Zweitrundeneffekten
Selbst wenn der erste durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock sich allmählich umkehre, würden Zweitrundeneffekte "uns noch einige Zeit begleiten", sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane am Donnerstag (28.5.).

Ökonomen und der Markt erwarten in diesem Jahr mindestens zwei Straffungen. (mb/Bloomberg)