EZB-Ratsmitglied Martin Kocher hat sich zufrieden mit der derzeitigen Geldpolitik gezeigt. "Wir sind in einer guten Position, was die Zinspolitik betrifft", sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Dienstag (11.11.) in Wien. Er wiederholte damit eine Einschätzung, die zuletzt von mehreren EZB-Vertretern geäußert wurde. "Die Erwartung ist, dass sich in den kommenden Monaten nicht mehr viel verändern wird", so Kocher.

Inflation nahe dem Zielwert
Da die Inflation nahe am Zielwert von zwei Prozent liegt, rechnen Ökonomen und Investoren kurzfristig nicht mit weiteren Änderungen des Einlagensatzes. Dieser wurde im laufenden Zyklus bereits acht Mal gesenkt – von vier auf zwei Prozent.

"Wir haben jedoch immer betont, dass es wichtig ist, reagieren zu können, falls sich die Bedingungen oder Risiken ändern", sagte Kocher weiter. "Deshalb ist es gut, diesen Handlungsspielraum zu bewahren und nur dann zu reagieren, wenn es notwendig ist."

Vujcic: Risikoausblick ausgeglichen
Der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic erklärte später am Dienstag, die Inflation sei inzwischen auf das Zielniveau zurückgekehrt, die Wirtschaft habe sich als widerstandsfähig erwiesen und die Risiken für den Ausblick seien ausgewogen. "In der Geldpolitik herrscht in Europa deutlich weniger Unsicherheit als in den USA", sagte Vujcic bei einer Podiumsdiskussion in London. (mb/Bloomberg)