2019 wurde sie groß angekündigt, bis zuletzt gab es eine Menge Diskussionen, einen Namenswechsel - aber immer noch keinen verbindlichen Starttermin: Die Rede ist von Facebooks Kryptowährung Diem, ehemals Libra. Die Umbenennung der Währung und des zuständigen Unternehmens war eine Reaktion auf die massive Kritik an der Nähe zu Facebook. Skeptiker befürchten außerdem, Diem könnte die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erschweren und das globale Finanzsystem destabilisieren. Nun gab Diem-Chefökonom Christian Catalini einen Einblick in den aktuellen Stand der Dinge: Diem soll sicherer werden als andere Kryptowährungen und will damit einen neuen weltweiten Standard setzen – gestützt durch die Überwachung durch die Schweizer Finanzaufsicht Finma. 

Damit das Vorhaben gelingt, soll die Reserve, welche die digitale Währung mit US-Dollar deckt, aus Cash und US-Anleihen mit maximal 90 Tagen Laufzeit bestehen, sagt Catalini laut der "Neuen Züricher Zeitung" (NZZ). So wolle man sicherstellen, dass die Währung jederzeit zurückgetauscht werden kann. Statt auf eine generische Währung setzt Diem zudem nun auf durch nationale Währungen gedeckte Stablecoins. Längerfristig strebe man eine Deckung mit digitalem Zentralbankgeld an. Um Marktrisiken abzusichern, werde Diem regulierte Eigenkapitalpuffer vorhalten. 

Startschuss 2021
Catalini hofft, dass die Währung diese Jahr endlich eine Bewilligung für den Start am Markt erhalten wird. Er erinnert an die Opportunitätskosten, wenn eine Innovation allzu lange verhindert wird: Intransparentere Kryptowährungen, beispielsweise Bitcoin, würden sich durchsetzen. Nach der ursprünglichen Planung hätte Libra eigentlich bereits im vergangenen Jahr an den Markt gehen sollen. (fp)