Fed-Chef-Favorit über Zinspolitik: Trump-Beratung ja, Weisung nein
Kevin Hassett, oberster Wirtschaftsberater von Donald Trump, signalisiert Offenheit für die wirtschaftspolitischen Einschätzungen des US-Präsidenten. Zugleich betont der Favorit für den Fed-Vorsitz die Unabhängigkeit der Notenbank bei Zinsentscheidungen.
Kevin Hassett, Leiter des National Economic Council, hat erklärt, dass er die wirtschaftspolitischen Einschätzungen von US-Präsident Donald Trump berücksichtigen würde, sollte er zum Vorsitzenden der US-Notenbank ernannt werden. Die Entscheidungen über den Leitzins würden jedoch unabhängig bleiben.
Der Präsident habe "sehr starke und gut begründete Ansichten darüber, was wir tun sollten", sagte Hassett, Trumps oberster Wirtschaftsberater im Weißen Haus, am Sonntag (14.12.) in der CBS-Sendung "Face the Nation".
Zinsentscheidungen bleiben Sache der Fed
"Am Ende ist es aber die Aufgabe der Fed, unabhängig zu sein und gemeinsam mit den Mitgliedern des Board of Governors und des Offenmarktausschusses einen Konsens darüber zu finden, wo die Zinsen liegen sollten", sagte Hassett. Er reagierte damit auf eine Aussage Trumps vom Freitag (12.12.), wonach der Präsident Empfehlungen zu den Zinsen der Federal Reserve abgeben können sollte.
US-Präsident Donald Trump und führende Berater hatten Fed-Chef Jerome Powell seit Monaten zu Zinssenkungen gedrängt. Zugleich prüft der Präsident eine mögliche Ablösung Powells, dessen Amtszeit an der Spitze der Notenbank im Mai endet. Hassett gilt als Favorit für den Posten. Allerdings traf Trump in der vergangenen Woche auch den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh. Beide nannte der Präsident in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" am Freitag als seine bevorzugten Kandidaten für den Fed-Vorsitz.
Präsident als Berater – nicht als Entscheider
"Wir werden bald einen guten Fed-Chef haben, der sehen will, dass die Zinsen sinken", sagte der Präsident am Sonntag bei einem Feiertagsempfang im Weißen Haus. "Aber wir kämpfen uns derzeit durch höhere Zinsen." Hassett betonte, Trump sei einer von vielen Experten, deren Einschätzungen man anhören könne – auch wenn es letztlich um Beratung gehe. Selbst als Fed-Chef würde er "jeden Tag gern mit dem Präsidenten sprechen", sagte Hassett beim US-Sender CBS.
Zugleich wies er die Vorstellung zurück, dass Trumps Meinung das gleiche Gewicht hätte wie die Stimmen der Mitglieder des Federal Open Market Committee. Die Währungshüter seien frei, seine Einschätzung abzulehnen und anders abzustimmen. "Nein, nein, er hätte kein Gewicht", sagte Hassett. "Es ist einfach so: Seine Meinung zählt, wenn sie gut ist, wenn sie datenbasiert ist." (mb/Bloomberg)













