Der Leitzins in den USA bleibt vorerst niedrig. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will das Zinsniveau voraussichtlich bis Ende 2023 bei nahezu Null belassen. Zudem wollen die Währungshüter ihr Ankaufprogramm bis auf Weiteres im aktuellen Tempo fortsetzen. Das gab Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch im Anschluss an die Sitzung des Zinsausschusses bekannt, berichtet das "Handelsblatt".

Laut Powell wollen die Währungshüter solange am Niedrigzins festhalten, "bis Vollbeschäftigung herrscht, die Inflation bei zwei Prozent liegt und auf dem Weg ist, für einige Zeit die Marke von zwei Prozent zu überschreiten." Wie sich dieses neue qualitative Ziel konkret gestaltet, erklärte der Fed-Chef nicht. Christian Scherrmann, Volkswirt bei der DWS, rechnet daher mit einer lebhaften Diskussion an den Märkten hinsichtlich des zukünftigen Inflationsverlauf. "Die etwas optimistischeren Wachstumsaussichten der Notenbanker bei gleichzeitig unveränderter Zinserwartung sollten das 'niedriger für länger'-Credo jedoch zunächst nachhaltig festigen", schreibt Scherrmann.

Es geht aufwärts – langsam…
Es werde viel Zeit brauchen, bis sich die Wirtschaft komplett von den Folgen der Pandemie erholen werde, betonte Powell. Die Prognosen der Fed für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft fielen diesmal trotzdem optimistischer aus als noch vor einigen Monaten. Für das laufende Jahr rechnet die Notenbank damit, dass die US-Wirtschaft um 3,7 Prozent schrumpft. Im Juni fürchtete sie noch einen Einbruch von 6,5 Prozent. Auch die Prognose für den Arbeitsmarkt hat sich verbessert. Nun rechnet die Fed nur noch mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 statt 9,3 Prozent. Bis 2021 soll sie auf 5,5 Prozent fallen. (fp)