Jerome Powell, Chef der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), hat nicht vor, in nächster Zeit etwas an der Niedrigzinspolitik zu ändern. Der Leitzins verbleibt wie erwartet auf dem ultraniedrigen Niveau von 0,0 bis 0,25 Prozent, berichtet das "Handelsblatt". Grund ist unter anderem die Lage am Arbeitsmarkt in den USA. Diese hat sich zuletzt wieder verschlechtert, die weitere Entwicklung sei hochgradig unsicher und hänge "vom Kurs des Virus, inklusive dem Fortschritt bei den Impfungen ab", sagt Powell. 

Es gäbe derzeit nichts Wichtigeres für die Wirtschaft, als die Menschen zu impfen und eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Bislang wurden 20 Millionen der 330 Millionen Bürger geimpft. Powell hält es für durchaus möglich, dass das Land die Pandemie in diesem Jahr hinter sich lassen und zu einen normaleren Wirtschaftsgeschehen zurückkehren zu kann. Doch noch sei das Ziel bei weitem nicht erreicht. "Wir haben noch nicht gewonnen", sagt der Fed-Chef.

Keine Angst vor Blase
Die Fed sei noch weit davon entfernt, ihr Ziel der Vollbeschäftigung und eine Inflationsrate von zwei Prozent oder mehr zu erreichen. Dass die lockeren Geldpolitik der Fed zu einer Blasenbildung an den Märkten führen könnte, wies Powell laut dem "Handelsblatt" zurück. "Der Zusammenhang zwischen niedrigen Zinsen und Assetpreisen ist vermutlich nicht so eng wie Leute glauben", sagt Powell. Jetzt die Zinsen anzuheben, um möglichen Blasen vorzubeugen, sei kontraproduktiv, da dadurch die Wirtschaft Schaden nehmen würde. (fp)