Der MSCI World ist seit seinem Corona-Tief Anfang 2020 um mehr als 75 Prozent gestiegen. Doch nun ist mit einem langsameren Wachstum zu rechnen, schreibt Eduard Baitinger, Chef der Vermögensallokation beim Investmenthaus Feri, in einem aktuellen Marktkommentar: "Die fulminante Aufholjagd hat Kraft gekostet und es ist nicht unbedingt zu erwarten, dass sich die Märkte in den kommenden Monaten mit der gleichen Dynamik weiterentwickeln." Das bedeutet aber nichts anderes als eine kurze Verschnaufpause, erklärt der Investmentexperte. Empirisch betrachtet folge auf ein starkes erstes Halbjahr stets eine vergleichsweise geringere Rendite. Die Gefahr einer nachhaltigen Korrektur oder gar eines Bärenmarktes schätzt er als gering ein.

Die großartige Performance an den Börsen wurde in den vergangenen Monaten vor allem von Technologiewerten getrieben, deren Kursanstiege wiederum durch die fallenden Langfristzinsen beflügelt worden sind. Dennoch sollten zyklische Aktien nicht voreilig abgeschrieben werden, denn mehrere Zeichen deuten laut Baitinger auf eine Trendwende hin: So könnte China in der zweiten Jahreshälfte auf eine expansivere Geldpolitik setzen. Und die Chancen stehen gut, dass sich der US-Arbeitsmarkt bis in den Spätsommer erholen wird. Beides würde neue Impulse für zyklische Werte mit sich bringen. "Professionelle Anleger sollten vor diesem Hintergrund den zyklischen Aktienanteil in ihren Portfolios schwächer gewichten und auf bessere Zeitpunkte für den Einstieg warten", folgert der Experte. (fp)