Schuldenexplosion in den USA, eine destabilisierte Fed und Europa im Zangengriff zwischen Washington, Moskau und Peking: Schon in ihrer im Januar 2025 erschienenen Zukunftsanalyse mit dem Titel "Big Picture: 2025" hatten die Experten vom Feri Cognitive Finance Institute die USA unter Donald Trump als maßgeblichen Risikofaktor für das globale Finanzsystem beschrieben. Nicht nur wegen der explodierenden Verschuldung, auch aufgrund der politisierten Geldpolitik und der Demontage institutioneller Sicherungen.

"Daher sehen wir Trump nach wie vor als Sprengmeister der alten Weltordnung, mit militärischen Machtdemonstrationen nach außen und Druck auf die Fed nach innen, um Zinsen zu drücken und die eigenen Schulden tragfähig zu halten", erklärt dazu Institutsgründer Heinz-Werner Rapp im Interview für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell. Das sei kein Betriebsunfall, sondern die konsequente Umsetzung eines politischen Programms, das institutionelle Leitplanken als Störung begreife und internationale Regeln nur noch instrumentell nutze, so der renommierte Makroökonom weiter.

Näher an einer Präsidialdiktatur, als viele für möglich hielten
Tatsächlich sei das Land nach einem Jahr Trump 2.0 viel näher an einer Präsidialdiktatur, als viele Beobachter für möglich hielten. Hinzu komme die Schulden- und Zinsdynamik. Im vergangenen Jahr hätten die Zinsausgaben des US-Staates bereits bei rund 1,3 Billionen Dollar gelegen, etwa 30 Prozent über den Verteidigungsausgaben. Rapp sieht darin langfristig einen ökonomischen Offenbarungseid.

Nicht erst seit 2016, dem Gründungsjahr des Thinktanks von Feri, gilt Rapp als profilierter strategischer Vordenker. Seine Research-Einheit ist darauf spezialisiert, politische, ökonomische, technologische und ökologische Daten zu langfristigen Szenarien zu verknüpfen. (hh)


Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Heinz-Werner Rapp haben wir in der Bilderstrecke oben für Sie zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 1/2026 von FONDS professionell ab Seite 132. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.