In der Coronakrise zeichnet sich langsam Entspannung ab – zumindest in China und den USA. Die Volksrepublik hat zu einem soliden Wachstum zurückgefunden und in den Vereinigten Staaten haben sich die Aussichten seit Herbst dank der zusätzlichen Konjunkturhilfen von fast drei Billionen US-Dollar deutlich verbessert. In Europa bleiben die Wachstumsperspektiven dagegen sehr verhalten. "Während die USA und China beim Impfen aufs Tempo drücken und die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen in den USA Wirkung zeigen, hinkt Europa aufgrund der Fehler im Umgang mit der Pandemie hinterher", sagt Carsten Hermann, Geschäftsführer der Feri Trust GmbH.
 
Insbesondere in Deutschland ist mit einer schnellen Rückkehr zur Normalität nicht zu rechnen. "Der andauernde Lockdown und die fehlende Perspektive zeigt sich dank der höheren Exportnachfrage aus den USA und China relativ robust", sagt Axel Angermann, Chef-Volkswirt der Feri-Gruppe. Er geht davon aus, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr unter der Marke von drei Prozent liegen wird. 

US-Small-Caps sind beliebt
Aus Sicht der Feri-Experten kommt es in den nächsten Monaten entscheidend auf die Selektion der richtigen Segmente innerhalb der einzelnen Anlageklassen an. Bei Aktien sollten Investoren zyklische Titel gegenüber Wachstumswerten bevorzugen. In den USA rückten unter anderem Small-Caps in den Fokus, die zum einen weniger zinsanfällig sind als große Wachstumswerte, zum anderen aber auch stark von dem angelaufenen Konjunkturpaket profitieren. Die asiatischen Emerging Markets dürften dagegen unter einem temporär stärkeren US-Dollar und einer tendenziell nachlassenden Wachstumsdynamik Chinas leiden. Auch in Europa dämpften die Probleme bei der Pandemie-Bekämpfung die Erwartungen an die Aktienperformance, so die Feri-Experten. (fp)