Die durchschnittlichen Zinsen, die Sparer in Deutschland für Festgeld bekommen, haben zuletzt leicht angezogen. Bei den besten Anbietern gibt es derzeit geradezu fürstlich anmutende 1,01 Prozent für Festgeld auf ein Jahr und 1,29 Prozent auf drei Jahre, berichtet das Vergleichs- und Vermittlungsportal Weltsparen in seinem "Zinsradar". Auch die FMH-Finanzberatung und das Vergleichsportal Biallo verzeichnen einen leichten Anstieg der Durchschnittszinsen für Ein-Jahres-Termineinlagen.

Hinter dem Anstieg steckt nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vor allem der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna. Das Unternehmen mit Sitz in Stockholm hat die Zinsen im März und April zur neukundengewinnung zweimal erhöht und liegt derzeit mit 1,2 Prozent für ein Jahr Laufzeit an der Spitze der Zinsvergleichstabelle. Für Festgeld auf zwei Jahre gibt es bei Klarna dagegen weiterhin nur 0,95 Prozent im Jahr.

Ländervergleich: Durchschnittszins der regionalen drei Top-Angebote

Quelle: Weltsparen.de; Durchschnitt der drei Top-Einlagenangebote für Privatkunden auf Basis von lokalen Vergleichsseiten bis zum 23.04.2019. Kriterien: 10.000 Euro Mindesteinlage; ein Produkt pro Bank; Angebote für Neu- und Bestandskunden.

In der Eurozone gab es laut dem "Zinsradar"-Report zuletzt kaum Veränderungen. Nur zwei Trends konnten sich fortsetzen: Der Anstieg der einjährigen Zinsen in Deutschland und der Abschwung der dreijährigen Zinsen in Rumänien. In Irland gibt es weiterhin die niedrigsten Zinsen im Euroraum, gefolgt von Belgien. Außerhalb der Eurozone konnte nur in Norwegen der Aufwärtstrend fortgesetzt werden.

Vorsicht vor zu hohen Zinsen
Sparer sollten beim Festgeld nicht nur auf die Höhe der Zinsen schauen, mahnen Verbraucherschützer. Auch die Wahl der Bank ist entscheidend. So wirbt derzeit laut FAZ beispielsweise eine lettische Bank mit hohen Zinsen auf Anlagen in US-Dollar. Wer sein Geld in Lettland parkt, ist jedoch nicht durch die deutsche Einlagensicherung gesichert. Bei einer Insolvenz der Bank ist das Geld im schlimmsten Fall weg.

Klarna-Sparer indes können aufatmen: Das schwedische Institut sichert Erspartes bis zu 950.000 Schwedischen Kronen (rund 90.000 Euro) über die schwedische Einlagensicherung ab, die einen guten Ruf genießt. (fp)