Zum heutigen Weltfrauentag sollten sich Frauen etwas gönnen – zum Beispiel ein paar aussichtsreiche Aktien. Das wäre jedenfalls sinnvoller als das meiste, was gemeinhin als "Frauending" gilt, sagt Petra Ahrens, Vorständin von Maiestas Vermögensmanagement in Köln. Und lohnender erst recht, zeigt eine Rechnung der Finanzexpertin: Wer sich für zehn Jahren eine Tasche des Edel-Labels Louis Vuitton gekauft hat, zum Beispiel das klassische Modell "Priscilla", hat damals 2.879 Euro auf den Tisch gelegt und kann sich bis heute über einen schicken Begleiter freuen. Ganz anders sähe es dagegen aus, wenn man damals statt der Tasche Aktien des Modekonzerns gekauft hätte.

Vor zehn Jahren lag der Aktienkurs der Louis-Vuitton-Mutter LVMH bei 99,23 Euro. Für den Preis der Tasche hätte man also zirka 30 Anteilsscheine erwerben können. Heute steht der Aktienkurs des Unternehmen bei 540 Euro. Ahrens‘ Fazit: "Wer damals investiert hat, hat heute 16.200 Euro, könnte sich gleich mehrere Taschen kaufen und hätte gleichzeitig etwas für die Altersvorsorge getan."

Nichtwissen ist keine Entschuldigung
Frauen sollten das Thema Altersvorsorge nicht stiefmütterlich behandeln, mahnt die Vermögensexpertin. "Sie haben eine längere Lebenserwartung als Männer und bedingt durch Schwangerschaft, Pflege von Angehörigen oder ungleiche Gehaltszahlungen ein größeres Risiko der Altersarmut." Wer seinen Ruhestand unbeschwert genießen wolle, sollte sich früh mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen, rät Ahrens. "Ich habe kein Verständnis für Frauen, die aufgrund mangelnder Interessen oder Kenntnisse gar nichts tun."

Ahrens rät Frauen, die sich in Finanzdingen unsicher fühlen, einen Expertin oder eine Expertin zu Rate zu ziehen. Der oder die sollte ihre Sprache sprechen, sie nicht bevormunden, mit Empathie und Kompetenz betreuen und vor allem unabhängig beraten. "Und wenn Sie Fragen haben, fragen Sie", betont die Expertin. "Nur, wer NICHT fragt, ist dumm." (fp)