Die steigende Inflation befeuert die Sorge einiger Häuslebauer in spe, die Zinsen für Immobilienkredite könnten stark anziehen. Allerdings sollten sie sich aus Sicht von Michael Neumann, Vorstandschef des Baufinanzierungsspezialisten Dr. Klein, nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Vor stark oder plötzlich steigenden Zinsen brauchen sich Interessenten derzeit nicht zu fürchten", schreibt er in einem aktuellen Marktkommentar.

Neumann begründet seine Erwartungen mit der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Diese ist zuletzt leicht gesunken, da die Sorge um eine langfristig stark steigende Inflation aktuell wieder nachlässt. "Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Zwei-Prozent-Marke werden wir in den nächsten Jahren nicht dauerhaft erreichen", sagt der Experte. Bis zum Jahresende sei zwar dennoch ein leichter Rendite-Anstieg bei Anleihen möglich, der sich auch auf die Bauzinsen auswirken würde. Aber einen Anstieg um mehr als 30 bis 40 Basispunkte hält der Immobilienexperte in der zweiten Jahreshälfte für unwahrscheinlich. Derzeit liegt der überregionale Bestzins für eine zehnjährige Zinsbindung bei 0,71 Prozent.

Keine überstürzten Entscheidungen
Käufer und Bauherren sollten aus Neumanns Sicht keine überstürzten Entscheidungen fällen. Bedingt durch die lockere Geldpolitik der EZB bleiben die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau, erwartet er. Daran ändere auch die leichte Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn erstmal nichts. Neumann rät Häuslebauern dazu, Geduld walten zu lassen: So lange nach der richtigen Immobilie suchen, bis das passende Objekt zu einem fairen Preis gefunden wird. Sein Tipp: "Für viele Kunden sind Finanzierungsmodelle mit einer langen Zinsbindung absolut zu empfehlen, die zurzeit sehr günstig sind." (fp)