Entgegen den Erwartungen sind die Zinsen für Baufinanzierungen im laufenden Jahr noch weiter gesunken. Zwischenzeitlich lagen sie auf Rekordtiefs bei weniger als 0,4 Prozent pro Jahr für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Auch 2021 werden die Bauzinsen aller Voraussicht nach niedrig bleiben, sagt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender des Baufinanzierungsvermittlers Dr. Klein. Die guten Nachrichten aus der Impfstoffforschung dürften daran, wie sich zuletzt bereits abzeichnete, nichts ändern.

Viele Darlehensnehmer in spe fragen sich, ob die Bauzinsen im kommenden Jahr sogar in den Negativbereich rutschen. Das ist indes eher unwahrscheinlich, sagt Neumann. Auf eine Mini-Bewegung unter null komme es auf dem jetzigen Niveau aber auch gar nicht an: "Solange der Markt nicht dramatisch fällt, spielt es keine Rolle, ob der Zins minus 0,1 oder plus 0,1 Prozent beträgt. Das Minuszeichen sollte für niemanden ausschlaggebend sein, eine Baufinanzierung abzuschließen", mahnt Neumann. Er betont: "Der Zins ist derzeit nicht der hindernde Faktor bei einer Baufinanzierung."

Immobilienboom setzt sich fort
Günstige Finanzierungen sind umso wichtiger, als dass die Covid-19-Pandemie den Preisboom bei Wohnimmobilien bisher nicht gebremst hat. "Vor allem in Ballungsgebieten und wirtschaftlich prosperierenden Regionen müssen Käufer und Bauherren auch 2021 damit rechnen, dass Immobilien teurer werden", prophezeit der Dr.-Klein-Chef. Der Preisanstieg ist vermehrt auch in der Breite, also abseits der begehrten Metropolen und der sogenannten "Speckgürtel", zu beobachten. In Regionen, wo die Preise für Wohneigentum vor einigen Jahren noch gefallen sind, stagnieren sie nun oder ziehen ebenfalls an. (fp)