Es klingt nach einem verheißungsvollen Versprechen: Mit einer Investition in leere Firmenhülsen sollen Anleger vom nächsten großen Börsenhit profitieren können. Immer mehr durchaus namhafte Investoren versuchen Anleger von sogenannten Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPACs, zu überzeugen. Die Zweckgesellschaften sammeln deren Geld ein, um meist junge Unternehmen zu übernehmen und diesen dadurch einen schnellen Börsengang zu ermöglichen. Anleger wiederum hoffen, damit das große Los zu ziehen. Doch das Modell hat seine Tücken. "Schon normale IPOs sind mit Vorsicht zu genießen. Es liegt auf der Hand, dass dies bei SPACs, die früher von eher zweifelhaften Unternehmen genutzt wurden, erst recht zutrifft", sagt Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung AG.

Anleger setzten mit SPACs voll auf die Fähigkeit respektive Zugkraft der oft prominenten Geldeinsammler, vermeintlich zukunftsträchtige Firmen mit hohem Gewinnpotenzial aufzustöbern. "Diese Rechnung kann aufgehen – oder das Investment kann ihnen auf die Füße fallen", warnt Albrech. Totzdem befeuert die Finanzindustrie aktuell den Trend und hat passend dazu in den vergangenen Monaten drei ETF auf den Markt gebracht. 

Zukunftsmärkte statt Katze im Sack
Doch auch die Streuung auf mehrere SPACs sei kein Erfolgsgarant, sagt Albrech. Die Kurse der zugehörigen amerikanischen ETFs weisen steil nach unten. Stattdessen sollten Anleger, die gerne von jungen Unternehmen profitieren möchten, besser auf passive Papiere setzen, die sich generell auf Zukunftsmärkte fokussieren. "So gibt es ETFs, die gleichgewichtet in jungen Sektoren wie Robotik, Digitale Medien, Zukunftsautos, Genomik oder Cloud Computing anlegen", sagt Albrech. Diese Investments sollten allerdings nicht zu hoch ausfallen und das Gesamtportfolio sinnvoll ergänzen. (fp)