Paukenschlag bei der Münchner Fidor Bank: Die zweitgrößte französische Bankengruppe BPCE wird die nach eigenem Bekunden "älteste Fintech-Bank der Welt" übernehmen. Dies gab das Münchener Unternehmen am Freitagmorgen bekannt. Die Übernahme stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Die Aktionärsvereinbarung sehe vor, dass Fidor auch in Zukunft eigenständig agiert. Matthias Kröner, Vorstand der Münchner Bank, wird weiterhin an der Spitze der Gesellschaft stehen. Dank der durch die Übernahme gestärkten Finanzbasis könne die Fidor Gruppe nun ihr digitales Produktangebot ausbauen und in Europa stark wachsen.

Dabei werde sich die Internetbank wie bisher auf das Retailgeschäft sowie kleine und mittlere Firmenkunden fokussieren. Ein weiterer Schwerpunkt soll der Ausbau des Fidor Operating Systems (FOS) sein. Diese Plattform für digitales Banking wird Banken und Nicht-Banken weltweit angeboten.

Start-up-Phase ist abgeschlossen
"Wir schließen nun endgültig die Startup-Phase ab und wandeln uns zu einem Growth-Unternehmen", erklärt Kröner. Für das angepeilte Wachstum sieht sich die Fidor-Gruppe mit ihren Partner gut aufgestellt. Mit Telefónica Deutschland und dem mobilen Bankkonto "O2 Banking" wolle Fidor nun "den deutschen Markt aufrollen".

Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 bietet die Fidor-Gruppe Infrastruktur-Lösungen für digtitales Banking an. Die französische Groupe BPCE ist vergleichbar mit den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Sie besteht aus insgesamt 18 Genossenschaftsbanken der Banque Populaire und 17 Banken der Caisses d'Epargne. (am)