Auch wenn Gold auf viele Anleger eine beruhigende Wirkung hat, sollten sie nie ihr gesamtes Kapital in das Edelmetall investieren, mahnt Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon. "Man braucht als Anleger keine Krisenwährung, sondern ein krisenfestes Depot, was nur durch breite und intelligente Streuung möglich ist", sagt er. Gold- und Rohstoff-ETFs hätten zwar durchaus ihre Berechtigung, seien aber nicht der Teig, sondern eher die Kirsche auf der Torte.

Dass es für Anleger fatal sein kann, nur auf Gold zu setzen, bestätigt der Blick in die jüngste Vergangenheit. Trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China und der damit einhergehenden Unsicherheit ging es für Gold zuletzt bergab. Rund fünf Prozent hat der Preis seit Jahresbeginn verloren. "Das glänzende Image von Gold hat Kratzer bekommen", sagt Reiner. Viele Anleger hätten mittlerweile auch verstanden, dass das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden abwerfe. "Hinzu kommt, dass die US-Notenbank die Leitzinsen weiter anheben wird", sagt Reiner. Dadurch werden festverzinsliche Papiere attraktiver als Gold.

Riskantes Experiment
In den Krisenjahren 2011 und 2012 kostete Gold fast 2000 Dollar pro Feinunze. Heute steht der Preis bei rund 1230 Dollar. "Verglichen zum Aktienmarkt ist das eine schlechte Rendite", sagt Reiner. Zum Vergleich: Seit September 2011 hat sich der deutsche Leitindex Dax mehr als verdoppelt.

Für Reiner zeigt das: Auf eine einzelne Anlageklasse zu setzen kann gefährlich sein – selbst wenn sie so populär ist wie Gold. "Dann kann aus der Idee, sich Sicherheit zu erkaufen, schnell ein riskantes Vermögensexperiment werden", so der Fintech-Gründer. (fp)