Bert Flossbach verteidigt die Bedeutung von Gold für ein Portfolio angesichts der jüngsten Kursrückschläge des Edelmetalls. Der Gründer des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch räumt in seinem jüngsten Kapitalmarktbericht ein, dass der Goldpreis "sehr stark schwanken kann – besonders in Krisenzeiten, wenn Anleger, aus welchen Gründen auch immer, rasch Liquidität benötigen und Gold als Liquiditätsgarant rettend zur Seite steht".

Dass die jüngsten Liquidationen den Kurs des Edelmetalls deutlich drückten, sieht Flossbach jedoch als "Luxusproblem" an. So sei der Goldpreis selbst am Ende der jüngsten Verkaufswelle im Vergleich zum Jahresanfang immer noch im Plus gelegen, obwohl der Rückgang vom Hoch fast 20 Prozent betragen habe.

"Es gibt kein Kredit- oder Liquiditätsrisiko"
"Es sind solch starke Preisschwankungen, die Gold in den Augen vieler Anleger riskant erscheinen lassen", schreibt Flossbach. Dabei sei Gold vielen ökonomischen Risiken, die andere Anlagen prägen, gar nicht erst ausgesetzt: "Es gibt kein Kredit- oder Liquiditätsrisiko", so der Vermögensverwalter. Der Wert des Edelmetalls werde nicht durch finanzielle Instabilität, Staatspleiten oder Turbulenzen an den Rohstoffmärkten bedroht.

"Es gibt keine Nachschusspflicht, kein Refinanzierungsrisiko, keine technologische Disruption, keine modischen Trends oder physischen Verfall", zählt Flossbach auf. "Gold braucht keine Straße von Hormus, keinen fähigen Präsidenten und auch keine erfolgreiche Unternehmensstrategie. Es bleibt einfach nur Gold, beständig und liquide."

"Kein Ersatz für andere Anlageformen"
Eines biete Gold langfristig aber nicht: das inhärente Wachstum von Aktien erfolgreicher Unternehmen oder die verlässlichen Zinserträge bonitätsstarker Anleihen. Flossbachs Fazit: "Deshalb ist Gold kein Ersatz für andere Anlageformen, sondern eine Ergänzung, die je nach Preisniveau und Anlegertyp fünf bis 15 Prozent des Vermögens ausmachen sollte." (bm)