Viele Investoren mögen Gold. Und immer mehr Anleger wollen nachhaltig investieren. Auf den ersten Blick schließen sich diese beiden Punkte gegenseitig aus: Der Abbau von Gold ist ein oft schmutziges Geschäft. Die schrumpfenden noch existenten Vorkommen des Edelmetalls müssen umständlich aus dem Gestein gelöst werden, immer wieder entstehen dabei Langzeitschäden an empfindlichen Ökosystemen. "Auch wir sind davon überzeugt, dass die Herausforderungen in ökologischer und gesellschaftlicher Hinsicht gewaltig sind", sagt Simon Jäger, Portfoliomanager bei Flossbach von Storch (FvS). Seiner Ansicht nach heißt das aber nicht, dass man auf Gold im Portfolio verzichten muss.

Der renommierte Kölner Asset Manager ist dafür bekannt, zu Absicherungszwecken auf Gold zu setzen. So liegt die Quote des Edelmetalls in seinem bekanntesten Flaggschiff, dem Mischfonds FvS Multiple Opportunities, üblicherweise bei rund zehn Prozent. Bei den anderen gemischten Portfolios des Fondsanbieters sieht es ähnlich aus. Das ist kein Widerspruch zum hauseigenen Nachhaltigkeitsansatz, meint Jäger: "Bei unserem Barrengold verlassen wir uns auf einen der führenden Standards für verantwortungsvolles Schürfen." Auch beim Investieren in Gold-Zertifikate arbeite Flossbach ausschließlich mit Partnern zusammen, die sich zur Einhaltung der Responsible Gold Guidance der London Bullion Market Association (LBMA) verpflichtet haben.

Kein Umweltschutz – kein Investorengeld
Bei Investments in Goldminenaktien setzt sich FvS nach eigenem Bekunden aktiv für die Durchsetzung westlicher Nachhaltigkeitsstandards in den Minen ein. "Während der regelmäßigen Kontakte, die wir mit den Minenbetreibern haben, versuchen wir, unseren Einfluss als Aktionär zu nutzen", berichtet Jäger.

Es gibt inzwischen mehrere Umwelt-Regelwerke für die Bergbaubranche. "Würde sich eine der Minengesellschaften, in die wir investieren, ohne triftige Gründe weigern, diese Standards zu berücksichtigen, wäre das für uns ein Ausschlusskriterium", betont der Portfoliomanager. Darüber hinaus gelte mit Blick auf das "S" und das "G" in ESG: "All unsere Beteiligungen leben eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Bestechung und Korruption." (fp)