Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Oktober um 2,5 Prozent gestiegen. Die Kerninflation, die der Europäischen Zentralbank (EZB) als Maßstab für die eigene Zinspolitik dient, ist dagegen mit 1,3 Prozent noch relativ weit vom Notenbank-Ziel in Höhe von rund zwei Prozent entfernt. Der EZB sollte das dennoch egal sein, findet Thomas Mayer, Direktor des Flossbach von Storch Research Institute.

Das Anpeilen von Inflationszielen ist aus zwei Gründen falsch, so der Ökonom im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche": "Erstens, weil Inflation ein viel breiteres Phänomen ist, als das im Konsumentenpreis ausgedrückte. Zur Inflation gehört auch, wenn die Preise für Vermögenswerte steigen." Diese haben zuletzt deutlich stärker angezogen als die Konsumentenpreise.

Aktien schützen vor Geldentwertung
Der zweite Grund für Mayers Skepsis: "Die Zentralbanken haben gar nicht die Instrumente, um die Inflation wirklich zu kontrollieren." Der Flossbach-Experte weist darauf hin, dass die EZB seit Jahren vergeblich versucht, die Kerninflation auf den angepeilten Zielwert zu bringen. "Eine heutige Zentralbank hat keine wirkliche Kontrolle über die Geldmenge."

In Phasen mit steigender Inflation sind Aktien ein gutes Investment, so Mayer. Wer aus Angst vor Kursschwankungen lieber in Immobilien investieren will, sollte Preise vergleichen: Während Immobilien hoch bewertet sind, sind Aktien im historischen Vergleich nicht sonderlich teuer. "Wer jetzt seinen inneren Angsthasen überwinden kann, hat auf lange Sicht mit Aktien eine gute Chance, sich vor der Auszehrung seines Vermögens zu schützen", so der Ökonom. (fp)