Die staatliche Rente allein reicht in Deutschland nicht mehr aus, um für das Alter ausreichend vorzusorgen. Dieser Realität müsse man ins Auge sehen, sagt Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege beim Asset Manager Flossbach von Storch (FvS). "Jeder, der sich mit den demographischen Daten vertraut macht und annimmt, dass unser Staatshaushalt noch einigermaßen nach kaufmännischen Prinzipien geführt wird, weiß, dass die Rechnung nicht aufgehen kann", sagt der Experte. Für eine sichere Rente hat Vorndran deshalb fünf Grundregeln formuliert, die als Anstoß dienen sollen, das Thema konstruktiv anzugehen. 

Erstens: Mit Bundesanleihen lässt sich keine nennenswerte Rendite erwirtschaften. "Damit muss die Wertentwicklung eines Portfolios von den Sachwerten kommen, also allen voran von den Aktien", sagt Vorndran. Dabei sollten sich Anleger zweitens nicht auf Deutschland und Europa beschränken, denn das kostet Rendite und erhöht die Risikoanfälligkeit des Portfolios. 

Reform statt Ratschlag
Drittens: Damit sich auch die deutschen Aktienmuffel an die Börse wagen, sollte die Politik Anreize schaffen. "Man sollte steuerfrei Gewinne vereinnahmen können, wenn das Geld für mindestens 20 Jahre investiert bleibt", schlägt Vorndran vor. Dazu sollte eine Expertenkommission einen Maximalbetrag festlegen und stetig prüfen. Seiner Meinung nach sollte dieser nicht unter 300.000 Euro liegen. Viertens: "Es bleibt die Sorge vor Verlusten. Daher sollten diese in der Steuererklärung unbeschränkt geltend gemacht werden können", sagt Vorndran. Angesicht der geringen Wahrscheinlichkeit dafür wäre der Aufwand für den Staat überschaubar. 

Fünftens: "Es kann sich nicht nur um eine Zusatzversorgung handeln, sondern das gesamte Rentensystem ist umzustellen, damit es finanzierbar bleibt", sagt der Kapitalmarktstratege. Nur eine kapitalgedeckte Altersvorsorge sei generationengerecht. Bislang seien Vorschläge aus der Politik nicht ausreichend, um für eine sichere Rente zu sorgen. (fp)