Bei der Inflationsprognose für das kommende Jahr scheiden sich derzeit die Geister. Einerseits hat die Pandemie und die neu eingeführte CO2-Steuer für Sondereffekte gesorgt, so etwa die steigenden Energiepreise und die stockenden Lieferketten. Einige Engpässe dürften die Portemonnaies von Verbrauchern noch länger belasten, so etwa der Mangel an Halbleitern oder Baumaterialien "In Summe, also bereinigt um die Sondereffekte, dürften die Inflationsraten zwar wieder zurückfallen, aber auf ein Niveau, das immer noch spürbar über dem der vergangenen Jahre liegt", prognostiziert Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch.

Auf eine konkrete Teuerungsrate möchte sich der Experte in seiner Prognose für 2022 zwar nicht festlegen, doch es genüge zu wissen, dass ein nachhaltig hoher Inflationsanstieg wahrscheinlich ist. "Und das sind keine guten Nachrichten für Zinssparer – für Anleger, die ihr Geld beispielsweise in Festgeld oder klassischen Anleihen halten", warnt er. In Kombination mit den aktuell herrschenden Nullzinsen bedeutet die Inflation für Sparer ein Verlust. Da die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen so bald erstmal nicht anheben will, dürfte sich daran in naher Zukunft nichts ändern.

Aktien nicht immer der Ausweg
Die Lösung sieht der Kapitalmarktstratege in Sachwerten wie Immobilien. Gold funktioniere zwar auf lange Sicht als Inflationsausgleich, helfe Anlegern allerdings nicht dabei, ihr Vermögen zu vermehren. Aktien sind dagegen kein eindeutiger Inflationsschutz und durchaus anfällig für Zinsschwankungen. "Es würde mich nicht überraschen, wenn am Markt ein Zinsanstieg immer wieder zum Thema wird und zu temporären Rückschlägen an den Aktienmärkten führen würde", sagt Vorndran. Anleger sollten daher auf Unternehmen setzen, die steigende Kosten an Verbraucher weitergeben können und somit als eine Art Inflationsschutz dienen. (fp)