"Der demografische Wandel ist unerbittlich gegenüber unseren sozialen Sicherungssystemen", fasst Flossbach-von-Storch-Stratege Philipp Vorndran die Lage mit Blick auf künftige Renten zusammen. Denn die Deutschen werden immer älter, und die jüngeren geburtenschwächeren Jahrgänge können die Rentenkasse nicht mehr ausreichend füllen. Dennoch hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats seines Ministeriums, das Rentenalter auf 68 Jahre anzuheben, jüngst eine Absage erteilt. Vorndran sieht darin die schlichte Vermeidung eines bei den Wählern unbeliebten Themas.

Langfristig ist es eine Katastrophe, dass der Staat das Umlagesystem immer stärker bezuschussen muss, finden die Strategen: "Wir werfen Geld in ein Fass ohne Boden". Bei der Frage nach einem zukunftstauglichen Rentensystem lohnt sich den beiden zufolge ein Blick ins Ausland, als Positivbeispiel nenn Vorndran die Schweiz, wo neben der gesetzlichen Grundsicherung eine Zwangsbetriebsrente und eine kapitalnah angelegte gesonderte private Altersvorsorge Standard ist.

Plädoyer für kapitalmarktnahe Vorsorge
Altersvorsorge am Kapitalmarkt – in Deutschland passiert das noch zu selten, finden die Experten. Dabei sind Steuererleichterungen bei den Erträgen für Sparer laut Vorndran ein überzeugendes "Zückerli des Gesetzgebers". (fp)