Elmar Peters, Co-Leiter des Multi-Asset-Teams bei Flossbach von Storch (FvS) und verantworlicher Portfoliolenker des FvS Multi Asset - Defensive, Balanced und Growth, hält nicht viel von Investoren, die sich zugleich als Aktivisten sehen und lautstark Veränderungen von Firmenlenkern fordern. "Wir sprechen sehr intensiv mit den Managern aller unserer Unternehmensbeteiligungen, gehen aber damit nicht in der Öffentlichkeit hausieren", sagt Peters in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". Der Kölner Fondsanbieter sei aktiv, aber nicht aktivistisch.

Peters spielt damit auf die Zurückhaltung des Asset Managers beim Lebensmittelkonzern Nestlé an. Das Unternehmen – seit Jahren eines der erklärten Kerninvestments zahlreicher hauseigener FvS-Fonds – war zuletzt von vielen Investoren stark kritisiert worden. Im Gespräch verteidigte Peters das Engagement. "Wir haben einen relativ hohen Anteil an nicht-zyklischen Aktien in unseren Fonds", sagt er. Nestlé sei in der Vergangenheit zwar kein Unternehmen gewesen, dessen Kurs durch die Decke geht. Dafür würde die Aktie aber in Krisenzeiten auch nicht so tief fallen.

Post an Firmen-Chefs
Bei aller Zurückhaltung: Öffentliche Auseinandersetzungen scheut die Fondsboutique nicht generel. Vor allem Mitgründer Bert Flossbach stichelt auf Branchenevents wie dem FONDS professionell KONGRESS regelmäßig gegen andere Starmanager, wenn ihm etwas an deren Anlagestrategie nicht passt. Zuletzt kritisierte er etwa den Trend hin zu ESG-Investments als reine Worthülse. Seit Neuestem verfasst Flossbach auch Briefe mit kritischen Ratschlägen an Unternehmenslenker – zuletzt etwa an Daimler-Chef Dieter Zetsche. (fp)