Das Vermögen der wohlhabendsten Haushalte in Deutschland ist zum ersten Mal seit fast sieben Jahren geschrumpft. Die reichsten Deutschen mussten im vierten Quartal 2018 bei ihren Vermögenswerten einen Preisrückgang von 1,3 Prozent hinnehmen, zeigt der Vermögenspreisindex der Investmentboutique Flossbach von Storch. Den bis dahin letzten Rückgang hatte es im zweiten Quartal 2012 gegeben. In den Folgejahren waren die Vermögenspreise der oberen Zehntausend in jedem Quartal zwischen drei und zwölf Prozent geklettert.

Grund für den Vermögenspreisrückgang insbesondere bei den "oberen Zehntausend" ist ihr hoher Anteil an Aktien und Betriebsvermögen. Während sich Immobilien im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent verteuerten, fielen im selben Zeitraum die Preise für Betriebsvermögen um 18,4 Prozent. Auch bei Aktien war ein deutlicher Preisverfall zu sehen: Der Preis für Aktien, die sich im Besitz deutscher Haushalte befinden, gab im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13,7 Prozent nach. Schuld daran waren die Marktturbulenzen im Jahresverlauf.

Rückkehr der klassischen Inflation
Ende vergangenen Jahres lag die Verbraucherpreisinflation zum ersten Mal seit langem höher als die Vermögenspreisinflation. Die Vermögenspreise stiegen also weniger stark als die Verbraucherpreise. "Mit 2,2 Prozent im Jahresvergleich hat die Verbraucherpreisinflation deutlich Fahrt aufgenommen", heißt es von Flossbach von Storch. Im Langfrist-Vergleich ist es umgekehrt: Seit Jahresmitte 2007 haben die Vermögenspreise um 36,4 Prozent zugelegt. Die Verbraucherpreise kletterten im selben Zeitraum nur um 17,3 Prozent. (fp)