Die Inflation kommt nicht vom Fleck? Ja, aber nur, wenn man auf die offiziellen Statistiken schaut, die vielen Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs eine immer noch hohe Rolle zumisst. Gebrauchsgüter indes kommen zu kurz. Und deshalb sieht die Realität völlig anders aus, denn die Preise zahlreicher Vermögensbestandteile, allen voran von Grundstücken und Gebäuden, sind in Deutschland zuletzt deutlich in die Höhe geschossen.

Wie der Vermögenspreisindex des Kölner Asset Managers Flossbach von Storch (FvS) zeigt, kletterten die Preise für das Vermögen deutscher Privathaushalte zwischen Ende 2018 und Ende 2019 um stolze 7,6 Prozent. Dieser Anstieg war vor allem einer Verteuerung des Sachvermögens zu verdanken. Dazu zählen in erster Linie Betriebsvermögen und Immobilien. Und das wissen inzwischen auch Nicht-Immobilienbesitzer, sprich: Mieter.

Die Vermögenspreise sind erneut deutlich stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Diese legten im vergangenen Jahr nur um 1,2 Prozent zu. Blickt man zurück bis ins Jahr 2005, liegt die Vermögenspreisinflation seitdem bei jährlich 3,2 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie die reine Verbraucherpreisinflation. Der FvS-Vermögenspreisindex zeigt, dass sich der Aufwärtstrend bei den Vermögenspreisen zuletzt sogar noch beschleunigt hat.

Aktien und Immobilien im Depot lohnen sich
Immobilien haben sich im vergangenen Jahr mit plus 6,3 Prozent einmal mehr deutlich verteuert. "Das historisch niedrige Zinsniveau führt trotz eingetrübter Konjunkturaussichten weiterhin zu einer hohen Nachfrage nach Immobilien", heißt es vom Flossbach von Storch Research Institute. Die Preise für Betriebe im Besitz deutscher Haushalte sind im selben Zeitraum mit plus 25,3 Prozent noch massiver gestiegen. Auch beim Aktienvermögen ging es mit plus 18,4 Prozent kräftig aufwärts – zur Freude von allen, die auch über Fonds den Schritt an die Börse gewagt haben und am Ball geblieben sind.

Von der anziehenden Vermögenspreisinflation profitieren vor allem die wohlhabendsten Haushalte in Deutschland. Durch ihren hohen Anteil am Betriebsvermögen legte ihr Vermögen im vergangenen Jahr rund neun Prozent an Wert zu. Doch nur kein Neid: Bei den übrigen Haushalten bewegt sich die Vermögenspreisinflation zwischen 5,1 und 6,2 Prozent. (fp)