Betrachtet man nur die direkten Auswirkungen auf die Wirtschaft der USA, scheint der Schaden durch den Handelsstreit mit China überschaubar: Zwar haben sich die Handelsströme zwischen den beiden Ländern seit Anfang 2018 deutlich verlangsamt. Dies hatte jedoch nur einen geringen Einfluss auf die gesamten US-Handelsströme, zeigt eine aktuelle Auswertung des Flossbach von Storch Research Institute. Sie blieben im gleichen Zeitraum relativ stabil.

Auch die Sorge, dass die Binnenpreise für Produkte, die von den Handelszöllen direkt betroffen sind, stärker steigen als für alle übrigen Produktkategorien, ist den Analysten zufolge unbegründet. Die belasteten Produkte würden derzeit lediglich 2,4 Prozent des repräsentativen Warenkorbs des US-Verbraucherpreisindex ausmachen. Der Effekt sei somit vernachlässigbar.

Verlorenes Vertrauen
Doch neben den direkten Folgen wirkt sich der Handelskrieg auch über indirekte Kanäle auf das Wirtschaftswachstum aus. Am gravierendsten finden die Analysten den Vertrauensverlust, der mit dem Handelskrieg einhergeht. "Die Indikatoren, die das Vertrauen der US-Unternehmen messen, senden flächendeckend immer schlechtere Signale", erklärt Studienautorisn Agnieszka Gehringer.

Diese Vorsicht spiegelt sich in den Managemententscheidungen auf breiter Front wider: Der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe und den Dienstleistungssektor befindet sich seit Mitte 2018 im Sinkflug. Auch die US-Industrieproduktion und die Auftragseingänge für Investitionsgüter sind seit Ende 2018 zurück gegangen. "Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass sich die Handelsstreitigkeiten negativ auf die US-Wirtschaft auswirken", lautet das Gehringers Fazit. US-Präsident Trump täte deshalb gut daran, auf dem bevorstehenden G20-Gipfel ein "schönes Abkommen" mit China zu erzielen. (fp)