Die Corona-Krise hat die Immobilienpreise in Deutschland bislang nicht belastet. Häuser und Wohnungen haben sich trotz der Pandemie im dritten Quartal 2020 um fast sieben Prozent verteuert, meldet das Flossbach von Storch Research Institute. "Sowohl von Investoren als auch von privaten Haushalten ist die Nachfrage nach Immobilien hoch", erklärt Institutschef Thomas Mayer.

Der Mangel an Wohnimmobilien treibt die Preise in den Städten in die Höhe. Zugleich fehlt es an festverzinslichen Anlagemöglichkeiten mit attraktiven Renditen – viele Investoren weichen deshalb auf Immobilienanlagen aus. "Einzig die Preise für Gewerbeimmobilien zeigen sich von der Pandemie geschwächt", so Mayer. Privathaushalte in Deutschland haben allerdings kaum Gewerbeimmobilien im Portfolio.

Gold legt kräftig zu
Insgesamt ist der FvS-Vermögenspreisindex im dritten Quartal weiter gestiegen, um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Deutschen sind also trotz der grassierenden Pandemie wohlhabender geworden. Damit erhärtet sich die Annahme, dass der Corona-bedingte Rückgang der Vermögenspreise in den ersten drei Monaten dieses Jahres wohl nur ein vorübergehender Effekt war. Bereits im zweiten Quartal hatte sich das Preisniveau wieder stabilisiert.

Schaut man sich die einzelnen Komponenten des Vermögenspreisindex an, ist allerdings hier und da doch ein Einfluss des Virus' zu beobachten. Vor allem beim Finanzvermögen: "Aktien durchliefen in der ersten Jahreshälfte eine V-artige Bewegung und stiegen im dritten Quartal nochmals leicht an", berichtet Mayer. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultierte diese Preisbewegung in einem Minus von 0,5 Prozent. Die Anleihepreise lagen zuletzt sogar um 1,2 Prozent unter den Preisen des Vorjahresquartals. Gold, das im Frühjahr als "sicherer Hafen" gefragt war, legte dagegen im Jahresvergleich um 18,9 Prozent an Wert zu.

Verbraucherpreise sinken weiter
Die Inflation ist im dritten Quartal – wenig überraschend – trotz der ultralockeren Geldpolitik nicht gestiegen. Die Verbraucherpreise sind mit minus 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar gesunken. "Grund hierfür ist ein Nachfragerückgang", erklärt FvS-Experte Mayer. Verbraucher geben wegen der unsicheren Zukunftsaussichten weniger Geld aus. Besonders stark sind die Preise für Kleidung, Verkehr sowie Post und Telekommunikation gefallen. Die Erzeugerpreise gaben gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,3 Prozent nach. (fp)