Wie fragil die Weltwirtschaft infolge der Globalisierung inzwischen ist, wird uns seit Ausbruch der Coronavirus-Epidemie in China vor Augen geführt. Obwohl die Zahl der Erkrankten – global betrachtet – mit rund 25.000 Personen gering ist, haben die Quarantänemaßnahmen bereits spürbare Auswirkungen. China ist nach wie vor die "Werkbank" der Welt, und somit ziehen Produktionsunterbrechungen und Einschränkungen der Handelsströme weltweit Kreise.

In welchen Ausmaß sich die Epidemie auf Chinas eigenes Wachstum auswirken wird, ist nicht abzusehen. Dass der prognostizierte BIP-Anstieg von sechs Prozent im laufenden Jahr voraussichtlich nicht erreicht werden dürfte, steht nach Ansicht vieler Kommentatoren so gut wie fest. Westliche Unternehmen sind vor allem dann unmittelbar betroffen, wenn sie in China produzieren beziehungsweise produzieren lassen – dies ist allerdings bei sehr vielen international aktiven Firmen der Fall. Hinzu kommen die Absatzeinbußen im China-Geschäft, wo die Angst vor der Krankheit alle großen Einkaufszentren derzeit leer stehen lässt.
 
Wie weitreichend die Folgen der Situation sind, zeigt ein Blick auf die Monatsbilanz der 55 von Mountainview ermittelten Aktienfonds-Indizes: Nur in zehn Fällen kam es zu keinem Verlust, deutliche Anstiege gab es gar keinen. Einzig der Technologie-Bereich bilanziert mit 2,14 Prozent Plus vergleichsweise gut, wobei hier vor allem die Amazon-Aktie zuletzt mit einem Monatsplus von mehr als sechs Prozent einen wesentlichen Beitrag leistete.

Südostasien unter Druck
Am härtesten traf es im Januar naturgemäß die Region Südostasien. Die Liste der Monatsverlierer besteht praktisch nur aus Länder- und Regionenfonds – von Korea über Taiwan und Thailand bis China und Großchina. Ergänzt wird diese Liste um den Rohstoff- beziehungsweise Energiebereich. Hier bewirkte die erwartete wirtschaftliche Abschwächung einen massiven Ölpreisrückgang. Wie enorm die möglichen Auswirkungen sein könnten, zeigt die revidierte Ölverbrauchsschätzung von BP für das laufende Jahr: Von den ursprünglich 1,2 Millionen Barrel pro Tag wurde die Schätzung inzwischen auf 300.000 bis 500.000 Barrel herabgesetzt. (gf)


Über das FONDS professionell-Fondsbarometer
FONDS professionell bringt seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell- Fondsbarometer – eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indizes gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus wird ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" haben und welche unter Kursverlusten leiden. Damit daraus eine brauchbare Information wird, zeigt die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten haben – 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse sind farblich hervorgehoben.
Das nächste Fondsbarometer erscheint Anfang März.