Die Monatshitparade für Februar 2026 listet mit Korea (18,95 %) und Taiwan (13,27 %) zwei Fernostmärkte in den Top-Rängen. Es waren vor allem Halbleiter-Unternehmen, die solche Kurssprünge ermöglichten. In Korea erreicht der Kospi-Index im Februar erstmals die 6.000-Punkte-Marke. Der koreanische Markt war nach diesem Höhenflug bei einer wachsenden Zahl von Investoren in den Fokus gerückt. Am Mittwoch (4.3.) kam es dann zur scharfen Korrektur: Die Furcht vor den Folgen des Iran-Kriegs ließ Anleger die Flucht antreten, der Kospi verzeichnete den höchsten Tagesverlust seiner Geschichte.

Dennoch besteht die Chance, dass die jüngste Hausse kein Strohfeuer war, sondern das Resultat eines politischen Wendepunkts. Nach Jahren der Governance-Diskussionen und des sogenannten Korea-Rabatts – der Bewertungsabschlag koreanischer Aktien im internationalen Vergleich – signalisierte die neue Regierung mit marktfreundlichen Reformen eine Neubewertung. Südkorea mauserte sich damit vom strukturell unterbewerteten Markt zum Geheimtipp – bisher stimmen die Fundamentaldaten noch. Wer die Fokussierung auf Einzelmärkte wie Taiwan und Korea für zu spekulativ hält, findet in breiter aufgestellten Asienfonds Anlagealternativen, die das Risiko streuen.

Edelmetallrally und kein Ende 
Mit plus 14,67 Prozent im Februar und atemberaubenden 184,52 Prozent über ein Jahr hinweg haben Edelmetallfonds 2025 zu einem Jahr gemacht, an das man sich noch lange erinnern wird. Die Annahme, dass wir es hier nicht mit einem spekulativen Rausch zu tun haben, ist zulässig. Die Bewegung wird von strukturellen Faktoren getrieben. Zentrale Treiber sind geopolitische Spannungen, die Anleger in traditionelle sichere Häfen treiben, aber auch das aufkeimende De-Dollarisierungs-Narrativ.

Zentralbanken kaufen Gold in historischem Umfang, um sich von der Abhängigkeit des Dollar-Systems zu befreien. Silber, das überwiegend industriell nachgefragt wird, profitiert von diesem Safe-Haven-Status zusätzlich zur Energiewende. Der Silbermarkt befindet sich im fünften Jahr konsekutiver Unterversorgung mit strukturellen Defiziten, während die Nachfrage aus Solaranlagen, Elektrofahrzeugen und Chipproduktion rekordhohe Volumen absorbiert. Über zehn Jahre betrachtet, hat sich eine Edelmetallposition um 532 Prozent vermehrt – ein Renditerekord.

Japan ragt heraus
Japan und insbesondere japanische Nebenwerte zeigen, dass auch Nischen-Kategorien überperformen können. Mit plus 14 Prozent im Monat und über 178 Prozent in zehn Jahren verkörpern kleine japanische Unternehmen eine lange vernachlässigte Wertopportunität. Das Land hat nach Jahrzehnten der Stagnation endlich wieder echte strukturelle Reformen implementiert, von denen kleinere, agile Unternehmen überproportional profitieren. 

Finanzen bleiben schwach
Auf der anderen Seite stehen zwei Branchen, die fundamental unter Druck geraten sind. Der Finanzsektor verzeichnet minus 3,83 Prozent für den laufenden Monat und sogar minus 5,01 Prozent über sechs Monate. Das Paradoxum: Obwohl die EZB Leitzinsen senkt und damit Refinanzierungskosten sinken sollten, kämpfen Banken mit strukturellen Profitabilitätsherausforderungen. Die von Donald Trump angekündigten aggressiven Zölle lösten im ersten Quartal 2025 einen massiven Ausverkauf europäischer Bankaktien aus – ein Rückgang von über zwölf Prozent in der Woche nach der Ankündigung. Über fünf Jahre betrachtet performt der Sektor mit 59,82 Prozent zwar positiv, aber diese Gewinne wurden fast vollständig während der Fed-Zinserhöhungsphasen realisiert. 

Der Gesundheitssektor mit einem kleinen Plus von 0,83 Prozent im Monat befindet sich in einem strukturellen Transitions-Szenario. Während Pharmakonzerne einerseits mit Patent-Cliffs kämpfen – wegfallenden Patentschutzrechten im Umfang von 250 Milliarden Dollar jährlich – bieten medizinische Innovationen wie nicht-opioide Schmerztherapien und neue Fettleibigkeitsmedikamente zwar Chancen. Die Kategorie leidet jedoch unter Bewertungsvolatilität, da die Märkte zwischen Schreckensmeldungen über Datenenttäuschungen und Hoffnungen auf neue Blockbuster-Medikamente pendeln.

Ausblick
Im Durchschnitt verlief der Februar 2026 für Aktienfonds gut, das Plus lag bei 2,78 Prozent im Monat, über die vergangenen sechs Monate hinweg liegt das Plus bei 11,12 Prozent. Dies ist ein stabiles Ergebnis, das die Volatilität allerdings verbirgt. Der Durchschnitt wird von den Extremen getragen – von der Edelmetallrally auf der einen Seite, von strukturellen Umbrüchen in etablierten Branchen auf der anderen. Anleger, die auf strukturelle Mega-Trends – geopolitische Neuordnung, Ressourcenknappheit, technologisches Leapfrogging in Emerging Markets – gesetzt haben, werden großzügig belohnt. Diejenigen, die auf traditionelle Branchen und Narrative vertraut haben – die Story des indischen Superwachstums, die Renditen aus höheren Zinsen für Banken, die Profitabilität des Konsumsektors – wurden enttäuscht. 

Diese Statistik enthält nicht die Ereignisse seit dem Militärschlag im Iran. Da derzeit völlig offen ist, wie sich die Lage entwickeln wird, besteht aktuell wenig Chance, eine brauchbare Prognose für die vor uns liegende Periode abzugeben – fest steht, dass es das weitere Schicksal der Rohölpreise sein wird, dass den Märkten die Richtung weist. (gf)


Über das FONDS-professionell Fondsbarometer
FONDS professionell bringt seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer – eine Performanceübersicht der Mountain-View-Aktienfondsindizes gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus wird ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" haben und welche unter Kursverlusten leiden. Damit daraus eine brauchbare Information wird, zeigt die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten haben – drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre sowie über fünf und zehn Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse sind farblich hervorgehoben.
Das nächste Fondsbarometer erscheint Anfang April 2026.