Der indische Aktienmarkt konnte im März 2019 nicht geschlagen werden. Mit einem Monatsplus von 10,3 Prozent konnten die 40 Produkte, die der Fondsdatenspezialist Mountain View in dieser Gruppe listet, auch im Sechs-Monats-Rückblick auf Platz 5 vorrücken. Vielen heimischen Anlegern dürfte kaum aufgefallen sein, dass der indische Leitindex Sensex in den ersten April-Tagen einen neuen historischen Höchstwert erreichte. Vergleicht man seine Entwicklung seit Ende der Finanzkrise mit jener des Dax, zeigt sich ein Mehrertrag von 160 Prozentpunkten (360 % vs. 200 % Wertzuwachs), wobei Indiens Aktienmarktentwicklung sich erst seit Anfang 2017 deutlich abkoppeln konnte.

Als Begründungen für den Höhenflug dienen günstige Geschäftsklima-Indikatoren ebenso wie die Aussicht auf eine Leitzinssenkung durch die Bank of India. Dass letzteres vor allem Aktien von Finanzunternehmen zugutekam, liegt auf der Hand.

Dieser Höhenflug hat Indien allerdings vergleichsweise teuer gemacht. Starcapital berechnet für indische Aktien derzeit ein zyklusbereinigtes Kurs/Gewinn-Verhältnis von 21,2, was deutlich über den Vergleichswerten für China (15,9), Russland (6,8) oder Brasilien (16) liegt. Auch wenn die Marktkapitalisierung des indischen Marktes der Wirtschaftsleistung gegenüberstellt – ein Bewertungsansatz, den auch Warren Buffett einsetzt – liegt diese bei 69 Prozent. Im historischen Durchschnitt lag dieser Wert bei 76 Prozent, der historische Tiefststand lag jedoch bei 40 Prozent. Indien bleibt angesichts des Wirtschaftswachstums des Landes langfristig ohne Zweifel attraktiv, eine Übergewichtung scheint aktuell aber nicht angeraten.  

Brasiliens Wechselkurs frisst Kursgewinne
Am unteren Ende der Monatshitparade landeten im März Fonds, die in Brasilien investieren. Und das obwohl der brasilianische Leitindex Bovespa zur Monatsmitte einen historischen Höchstwert erreichte. Heimischen Fondskäufern half dies vor allem deshalb nur wenig, weil über den Wechselkursverlust ein Teil der Indexanstiege verloren ging. In den letzten fünf Jahren legte der Index in lokaler Währung in der Spitze fast 100 Prozent zu, in Euro waren es hingegen zu keinem Zeitpunkt mehr als 30 Prozent. 2014 kostete ein Euro drei Real, derzeit sind es 4,35 Real.

China legt weiter zu
Auch in den Rängen hinter Indien findet man im Fondsbarometer diesmal praktisch nur aufstrebende asiatische Märkte, wobei China ganz vorne liegt. Der Abkühlung des chinesischen Wirtschaftswachstums in Kombination mit dem Handelsstreit mit den USA setzt Chinas politische Führung gehörig unter Druck. Premierminister Li Keqiang bestätigte anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses, dass das Wachstum nur mehr maximal 6,5 Prozent betragen werde, und kündigte auch gleich Gegenmaßnahmen in Form sinkender Unternehmenssteuern und geringerer Sozialabgaben für Verbraucher an, um Konsum und Investitionstätigkeit anzuregen. In Richtung der internationalen Handelspartner kündigte man eine weitere Öffnung der chinesischen Märkte an.

Dass die Bemühungen greifen, zeigte sich unter anderem an einem Anstieg des chinesischen Einkaufsmanagerindex, der im März über 50 Punkte kletterte, was als Wachstumssignal interpretiert wird. Und allem Anschein nach wird die Entwicklung auch von vielen Anlegern optimistisch bewertet, denn auch im März waren es China-Fonds im engeren und weiteren Sinn, die die Top-10-Liste der ertragsreichsten Fondskategorien dominieren.

Globale Fonds
Fonds, die global investieren, legten im März im Schnitt fast 1,43 Prozent zu, womit sich das Zwölf-Monats-Ergebnis auf 5,92 Prozent verbesserte. Im Zehn-Jahres-Rückblick freuen sich international diversifizierte Aktienanleger derzeit über eine Wertentwicklung von 177 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent pro Jahr. Wer unmittelbar nach der Finanzkrise Nerven zeigt, wurde somit für seinen Mut belohnt.


Über das FONDS-professionell Fondsbarometer
FONDS professionell bringt seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer – eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indizes gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus wird ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" haben und welche unter Kursverlusten leiden. Damit daraus eine brauchbare Information wird, zeigt die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten haben – 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse sind farblich hervorgehoben.
Das nächste Fondsbarometer erscheint Anfang Mai.