Fondsmanager: "Faktisch Investment Grade mit sieben Prozent Rendite"
Obwohl Schwellenländeranleihen attraktive Chancen böten, seien viele Investoren in der Assetklasse noch untergewichtet, sagt Neeraj Arora von MFS im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. Gleichzeitig betont er die Bedeutung von Selektivität und Risikomanagement.
Schwellenländeranleihen bleiben aus Sicht von MFS Investment Management ein attraktives Segment für Investoren. Besonders im Vergleich zu entwickelten Rentenmärkten seien die Renditen weiterhin hoch, während sich die Fundamentaldaten vieler Emerging Markets in den vergangenen Jahren verbessert hätten.
"Schwellenländeranleihen bieten deutlich höhere Renditen als die meisten entwickelten Rentenmärkte", sagt Neeraj Arora, Portfoliomanager Emerging Markets Debt bei MFS Investment Management, im Interview mit FONDS professionell ONLINE in Frankfurt. Die Anlageklasse sei "faktisch Investment Grade mit Renditen von rund sieben Prozent".
Nach Einschätzung des Portfoliomanagers sind viele internationale Anleger dennoch zurückhaltend positioniert. "Globale Asset Allocators sind in Schwellenländern strukturell weiterhin unterinvestiert", so Arora. Gleichzeitig verweist MFS auf die nach wie vor hohe Volatilität des Segments. Entscheidend seien daher aktives Risikomanagement und eine sorgfältige Auswahl einzelner Staaten und Emittenten.
Fokus auf Qualität im High-Yield-Bereich
Innerhalb des High-Yield-Bereichs bleibt MFS entsprechend vorsichtig positioniert. Investoren müssten hier sehr selektiv vorgehen, betont Arora. Aktuell favorisiere man vor allem höherwertige "BB"-geratete Staaten.
Positiv bewertet MFS die strukturelle Entwicklung vieler Schwellenländer in den letzten Jahren. "Die Emerging Markets haben im vergangenen Jahrzehnt eine erhebliche Widerstandsfähigkeit aufgebaut – das hat sich in mehreren globalen Schocks gezeigt", sagt Arora. Auch bei den Staatsfinanzen sieht der Emerging-Markets-Spezialist Vorteile gegenüber vielen Industrieländern. "Im Vergleich zu den entwickelten Märkten sehen die Schuldendynamiken in Schwellenländern oft deutlich gesünder aus."
Ölpreis verändert Länderbild
Vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken hat MFS seine Ölpreisannahmen zuletzt deutlich angehoben. "Unsere Ölpreisannahme für die kommenden zwölf Monate liegt jetzt bei rund 100 Dollar je Barrel, nach zuvor 60 Dollar“, sagt Arora. Davon könnten insbesondere rohstoffexportierende Staaten profitieren. "Wir bevorzugen derzeit Rohstoffexporteure wie Angola und Ecuador, wo höhere Ölpreise die fiskalischen Bilanzen stärken."
Zurückhaltender bleibt MFS dagegen bei einzelnen Energieimporteuren. "Bei Ländern wie Kenia und der Dominikanischen Republik sind höhere Energiekosten und fiskalische Belastungen in den Bewertungen noch nicht vollständig reflektiert", so Arora.
Hard Currency vor Local Currency
Auch auf der Währungsseite bleibt das Haus defensiv positioniert. Derzeit bevorzuge man Hartwährungsanleihen gegenüber Lokalwährungsengagements. Hintergrund sei unter anderem die Entwicklung des Dollar. "Der US-Dollar tendiert dazu, stärker zu werden, wenn sich die US-Wirtschaft außergewöhnlich entwickelt." (dv)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











