Wer auf Nummer sicher gehen will, der setzt auf Gold. An diese Faustregel haben sich einige Anleger in den turbulenten Zeiten während der Coronakrise erinnert und verstärkt auf das Edelmetall gesetzt. Sie hatten damit ein deutlich weniger nervenaufreibendes Jahr als diejenigen, die ihr Vermögen in Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. investiert haben. Die annualisierte Volatilität betrug bei Bitcoin 71,9 Prozent, bei Ethereum sogar 97,6 Prozent. "Definitiv zu viel, um sich als alternatives Mittel für die Wertaufbewahrung zu qualifizieren", meint Nico Baumbach, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Signal Iduna Asset Management. Die Volatilität von Gold lag im Vergleich dazu bei geradezu beruhigenden 13,6 Prozent. 

Mit Blick auf den Maximum Drawdown der letzten drei Jahre zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. "Hier ist Ethereum mit einem Wert von minus 85,6 Prozent der 'Spitzenreiter', Bitcoin und Gold folgen mit minus 60,8 und minus 18,8 Prozent", sagt Baumbach. In der Preisentwicklung sieht der Vermögensexperte noch Potenzial bei den Edelmetallen, trotz neuer Höchststände in der jüngsten Vergangenheit: "In Euro gerechnet haben Platin und Silber noch 55 beziehungsweise 45 Prozent Luft nach oben, bei Palladium und Gold sind es elf beziehungsweise 12 Prozent." Er rechnet im jeden Fall mit einem stabileren Verlauf als bei den Kryptowährungen. Dass Baumbach Gold positiver sieht als die Digitalwährungen, darf übrigens nicht überraschen, managt er doch selbst einen Edelmetallfonds.

Schlüsselthema Nachhaltigkeit
Ein Thema eint Kryptogeld und Edelmetalle dann aber doch: die Fragen mit Blick auf die Nachhaltigkeit. "Während die Förderung von Edelmetallen regelmäßig mit massiven Eingriffen in die Natur einhergeht und die Ökologie schädigt, ist es bei der Blockchain-Technologie der für das Mining, aber auch für Transaktionen zu betreibende und seit Jahren diskutierte Energieeinsatz", sagt Baumbach. Gleichzeitig sei ein nachhaltigeres Wirtschaften nicht ohne den Einsatz von Edelmetallen möglich, was deren Nachfrage antreibt. (fp)