Fondsmanager: Jetzt vom neuen Investitionszyklus in Europa profitieren
Die europäische Investitionswende schafft nach Meinung von Nordea-Portfoliomanager René Petersen ein breites Spektrum an Anlagechancen in verschiedenen Infrastruktur-Bereichen.
Im Oktober lädt Bundeskanzler Friedrich Merz zum internationalen Investorengipfel in Berlin mit dem Ziel, den Investitionsstandort Deutschland zu stärken. René Petersen, leitender Portfoliomanager bei Nordea Asset Management, überlegt, wo Europas Investitionswende bereits in den Auftragsbüchern ankommt – und wo entstehende Engpässe Chancen für Firmen bedeuten. Die entscheidende Investmentfrage sei, wo die Umsetzung des neuen Investitionszyklus auf knappe industrielle Kapazitäten trifft.
Nächste Phase des "Europe Trade"
Petersens These: Die nächste Phase des "Europe Trade" könnte weniger von den bekannten politischen Gewinnern als von den Unternehmen geprägt werden, die die Engpässe bei Elektrifizierung, Stromnetzen, Halbleitern und spezialisierter Industrieausrüstung lösen. Strategische Autonomie könnte zu einer Quelle realer wirtschaftlicher Nachfrage werden, meint der Portfoliomanager. "Der gemeinsame Nenner ist anhaltende Nachfrage nach Technologien und Infrastruktur, die Europa widerstandsfähiger machen, und Chancen für Unternehmen, die sie bereitstellen können." Gerade außerhalb der größten Indexwerte könnten sich laut Petersen attraktive Zugänge zu strukturellem Wachstum eröffnen.
Dabei nennt er auch konkrete Beispiele. Bei Halbleitern etwa Infineon: Die Firma hat im Juli in Dresden eine neue "Smart Power Fab" eröffnet – "eine Investition von fünf Milliarden Euro, die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte". Die dort produzierten Leistungshalbleiter würden unter anderem für Stromnetze, erneuerbare Energien und die Stromversorgung von KI-Rechenzentren benötigt.
Stromnetze und Datenübertragung
Oder Stromnetze: Siemens Energy meldete bereits im zweiten Geschäftsquartal einen Rekordauftragsbestand von 154 Milliarden Euro: "Grid Technologies gehörte zu den wesentlichen Treibern des Auftragseingangs", so der Portfoliomanager. Ein weiteres Beispiel sind Kabel und Datenübertragung: Prysmian hatte zuletzt allein im Transmission-Geschäft einen Auftragsbestand von rund 17 Milliarden Euro, zuzüglich rund zwei Milliarden Euro bereits vergebener, aber noch nicht im Backlog enthaltener Projekte. (jh)




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