Die Zinsen sind im Keller und doch reißt die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen nicht ab. Den Positionierungsdaten des Vermögensverwalters Sentix zufolge sind Anleger derzeit so hoch in Anleihen investiert wie zuletzt im Jahr 2008. "In ihrem Allmachtsglauben an die Notenbanken haben sie sich den Rentenmarkt neu erschlossen und unterliegen nun entweder einer spekulativen Übertreibung – oder sie vertrauen ihr Geld Staaten an, die sich schon bald massiven ökonomischen Problemen gegenübersehen", sagt Patrick Hussy, Fondsmanager bei Sentix.

Er warnt darum vor massiven Kursverlusten: "Nie zuvor waren Bundesanleihen so teuer und so riskant wie aktuell." Denn Hussy rechnet mit einer steigenden Staatsverschuldung, auch in Deutschland. So werde das Angebot an Anleihen steigen und die Inflation zunehmen. Die Folge wären spürbare Zinssteigerungen und entsprechende Kursverluste am Anleihenmarkt, sagt der Sentix-Fondsmanager.

Garantierte Verluste bei Bundesanleihen
Doch auch wenn es nicht zu Kursverlusten kommt, stehen Anleiheinvestoren Hussy zufolge derzeit schlecht da: "Eine unverzinste Bundesanleihe mit Fälligkeit im August 2029 kostet aktuell 107 Prozent, so dass bereits bei Kauf ein garantiertes Minus von sieben Prozent für den Anleger feststeht", rechnet der Fondsmanager vor. Hinzu komme die Inflation von ein bis zwei Prozent im Jahr. "Mit Bundesanleihen wird man binnen zehn Jahren also locker 15 bis 20 Prozent verlieren – mit Bundesgarantie", sagt Hussy. (fp)