Fondsmanager: Sendet der Rentenmarkt hier ein Warnsignal?
Euro-Hochzinsanleihen mit "B"-Rating schwächeln gerade, im Gegensatz zu allen anderen Unternehmensanleihen. Das ist einerseits eine potenzielle Chance, andererseits ein mögliches Warnzeichen, meint David Fancourt von M&G.
Je nachdem, ob David Fancourt, High-Yield-Manager bei M&G Investments, auf seinen "Bloomberg"-Monitor schaut oder den Fernseher anschaltet, befindet er sich in unterschiedlichen Welten. "Die Schlagzeilen werden von Konflikten, Energieschocks sowie Warnungen vor Inflation und Problemen in den Lieferketten dominiert", so Fancourt. "Mein 'Bloomberg'-Bildschirm vermittelt jedoch ein ganz anderes Bild: Aktien notieren auf Rekordständen und die Spreads bei Unternehmensanleihen sind gering."
Ausreißer bei Anleihen
Bei den Anleihen aber gebe es eine Ausnahme: Die Zinsprämien für spekulative Euro-Anleihen mit "B"-Rating sind seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar um zwölf Basispunkte gestiegen, seit Jahresbeginn sogar um 60 Basispunkte.
Dahinter steckt nach Einschätzung Fancourts keine generelle Verschlechterung der Stimmung gegenüber Unternehmensanleihen, denn entsprechende US-Dollar-Papiere sind stark geblieben, ebenso wie die risikoreicheren "CCC"-Anleihen. Auch die Zuflüsse in den High-Yield-Markt waren zuletzt stark, gestützt unter anderem durch attraktive Renditen und die anhaltende Nachfrage bei Laufzeitfonds, die tendenziell "BB"-Anleihen bevorzugen – oft zulasten von Anleihen mit einfachem "B"-Rating.
Chance oder Alarmzeichen
Für Fancourt hat das Phänomen zwei Seiten: Zum einen seien Euro-Hochzinsanleihen mit "B"-Rating relativ betrachtet deutlich interessanter geworden. Absolut betrachtet sei aber die Frage, wer denn nun richtig liege: der nach wie vor überschwängliche Markt oder die gestiegenen Risikoindikatoren der "B"-Anleihen. (jh)




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